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Wer sind Syzygos, Euodia und Syntyche in Phil 4,2f?


Peter Carls, Kiel

 

 Abstract: Im Rahmen der Hypothese, der Philipperbrief sei ein Schreiben des Apostels Paulus, hat die historisch-kritische Exegese die Namen Phil 4,2f als Namen historischer Personen gedeutet. Als paränetische Allegorien erklärt sie hingegegen eine strukturelle Analyse des Briefes, die zugleich wahrscheinlich macht, daß der Philipperbrief ein Pseudepigraphon ist.

 

I. Historische Personen im Apostelbrief?

 

„Meine geliebten und heißersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegerkranz, stehet folgendermaßen im Herrn.“ — So setzen die zusammenfassenden Ermahnungen Phil 4,1-9 ein; auf diese folgen 4,10-20 Dankesworte und 4,21f Grüße.

Den Beginn dieser Mahnungen Phil 4,1-9 bilden Anweisungen an einzelne: „Geliebte[1], Euvodi,a ermahne ich, und Suntu,ch ermahne ich, im Herrn einig zu sein. Ja, auch dich, gnh,sie su,zuge, bitte ich: Mit ihnen lege Hand an, welche sie gemeinsam mit mir für das Evangelium gearbeitet haben und auch zusammen mit Klh,mhj und den übrigen Mitarbeitern; deren Namen seien im Buch des Lebens!“ (4,2f)

Wer sind die Phil 4,2 genannten Personen, wer ist insbesondere jener su,zugoj in Philipper 4,2? Die Frage—so gestellt—hat die Exegese in die Aporie geführt: „Umstritten ist nämlich, ob die Anrede su,zuge als Apellativ oder als nomen proprium zu verstehen ist.“[2]

Die Strittigkeit gründet darin, daß su,zugoj zwar gebraucht wird wie ein Eigenname, daß ein Name su,zugoj aber gar nicht belegt ist.

Fast alle altkirchlichen Exegeten[3] hat der Umstand, daß ihnen kein Eigenname su,zugoj bekannt war, dazu bewogen, su,zugoj nicht als nomen proprium zu deuten. Die Namen Euvodi,a und Suntu,ch dagegen waren ihnen geläufig[4].

Den antiken Exegeten legten sich aus der Weise, wie die griechische Literatur das nomen su,zugoj verwendete, zweierlei Deutungen nahe: su,zugoj sei ein entweder allegorischer Apellativ für einen Mitarbeiter Pauli oder ein metaphorischer Apellativ für des Apostels Ehefrau.

Was zunächst die Deutung von gnh,sie su,zuge als metaphorischen Apellativ für die Ehefrau Pauli angeht, schien sich diese zu ergeben aus der Zusammenstellung der poetischen Metapher[5] su,zugoj „Ehegespons“ oder „Bruder“ einerseits und des juridischen terminus gnh,sioj „rechtmäßig“ andererseits. Diese Deutung als Apellativ erlaubt sowohl, su,zuge als Mann, als auch als Frau zu verstehen; denn sofern gnh,sioj klassisch als Adjektiv zweier Endungen[6] gebraucht ist, kann der Vokativ su,zuge gnh,sie sowohl maskulinen oder femininen Genus’ sein.

Bei dieser Interpretation von gnh,sie su,zuge als „rechtmäßiger Gatte oder Bruder“ bleibt mit dem Geschlecht auch die Identität von su,zugoj offen. Damit ergeben sich wiederum zweierlei Möglichkeiten aus der Annahme, daß der Brief mit dem Appellativum gnh,sie su,zuge eine den Philippern bekannte Person bezeichnet haben muß.

Die erste Identifikationsmöglichkeit nimmt an, der Ausdruck gnh,sie su,zuge sei maskulinen Genus' und bezeichne entweder den Ehemann der Suntu,ch[7] oder aber den Bruder von einer der beiden Frauen[8]; diesen Gatten oder Bruder identifizieren einige als den bekehrten philippischen Gefängniswärter[9] der Apg. Eine Variante dieser Identifikation nimmt an, der Akkusativ Suntu,chn sei vom maskulinen nomen proprium Suntu,chj[10] gebildet und dieser Mann wiederum sei der Gemahl der Euvodi,a [11].

Die zweite Möglichkeit, su,zugoj zu identifizieren, geht davon aus, daß die Wendung gnh,sie su,zuge weiblichen Geschlechts sei und mithin eine Frau bezeichne: Wenn aber Paulus eine Frau gnh,sie su,zuge nenne, ohne deren Namen zu nennen, so könne die „rechtmäßige Gattin“ nur die den Philippern als seine Ehefrau bekannte sein[12]: „Hinc igitur orta celebris quaestio de uxore Pauli.“[13]

Gegen diese Auslegung[14] sprechen allerdings stilistische wie auch sachliche Gründe: Die Deutung von gnh,sie su,zuge auf eine Ehefrau des Apostels ist weder sprachlich[15] eindeutig noch von anderen Schriften des Corpus Paulinum[16] gestützt.

Was sodann die Deutung der Wendung als allegorischen Apellativ angeht, so legte sich diese den antiken Exegeten nahe aus der literarischen Metapher „Jochgenosse“[17] einerseits und der epistularen Floskel gnh,sioj („wahrhafter“)[18] andererseits.

Wenn su,zugoj kein nomen proprium, sondern ein allegorischer Apellativ ist, bleibt die bezeichnete Person zunächst anonym. Mögliche Identifikationen ergeben sich zunächst daraus, ob das nomen allegoricum aktiv—aus dem Verbum suzeu,gnumioder passiv—aus dem Substantiv zugo,jinterpretiert wird. Je nach Ausdeutung ergibt sich aus dem Zusammenhang von su,zugoj mit dem Beiwort gnh,sioj einerseits und dem Imperativ sullamba,nou anderseits auch ein anderer Sinn: So hielt Chrysostomos[19] dafür, su,zugoj—„Bruder“—sich als der „wahre“ Bruder erweisen solle, welcher er im Herrn den beiden Schwestern geworden sei. Meyer hingegen meinte, su,zugojin der Bedeutung „Mitarbeiter“—solle sich als der „ächte“[20] Gefährte Pauli erweisen.

Diese Deutung des allegorischen Appellativs ergibt—zusammen mit dem Terminus sunergo,j im Kontext Phil 4,3 (vgl. Phil 2,25 sustratiw,thj)—eine Konkretion des su,zugoj: Gemeint sei ein mit Paulus zusammengespannter Mitapostel[21]. Die Notwendigkeit, daß in diesem Falle den Adressaten deutlich sein mußte, welche Person gemeint sei, führte auf zweierlei Identifikationen.

Die erste Lokalisierung sucht su,zugoj bei den Adressaten: Des Apostels persönliche Anrede Phil 4,3 evrwtw/ kai. se, zeichne seinen Mitarbeiter so aus, daß die Philipper wußten, wer gemeint sei[22]. Die eine Identifikation ergibt sich aus der Zuschrift Phil 1,1 evpisko,poij kai. diako,noij: su,zugoj sei entweder der „fürnehmste Bischof“[23] bzw. einer der epi,skopoi[24] oder dia,konoi[25] oder aber su,zugoj sei ein Mitarbeiter der beiden Frauen[26], diese selbst seien dia,konoi [27].

Die zweite Identifikation sucht su,zugoj beim Verfasser des Briefes. Dabei zog die klassische Exegese nicht nur sämtliche Mitarbeiter Pauli im Philipperbrief sondern auch weitere aus Past und Apg in Betracht: Die einen meinen, als den „Jochgenossen“ hätten die Philipper Epaphroditus[28] erkennen können, die anderen, Timotheus[29], wieder andere, Silas[30].

Da alle diese Versuche, den mit su,zugoj bezeichneten Mitarbeiter zu identifizieren, sich als unhaltbar erwiesen haben, nimmt die Mehrheit[31] der modernen Exegeten an, su,zugoj sei eben doch ein Eigenname, dessen Träger – bescheiden sich die neueren Ausleger[32], —nicht mehr zu identifizieren sei. Daß dabei Phil 4,3 die einzige Belegstelle für das nomen proprium bleibt, rechtfertigten manche Ausleger[33] mit dem ad-hoc-Argument, die Überlieferung antiker Namen sei lückenhaft.

Die Annahme aber, su,zugoj sei ein nomen proprium, führt in ein Dilemma: „su,zuge [sic] kann ... nur ein nomen proprium sein, das gnh,sie aber bezeichnet ihn als einen, der diesen Namen in Wahrheit führt ... im activen Sinne des ... suzeu,gnumi, der Vermittler. Daß dies die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ist, kommt bei solchen symbolischen Ausdeutungen nicht in Betracht.“[34]

Aus diesem Dilemma führen zwei Annahmen: Entweder stellt su,zugoj einen „unechten Namen“ dar, wobei dem Mitarbeiter das allegorische Appellativum als Taufname[35] oder Auszeichnung beigelegt[36] worden wäre, oder suzu,goj bleibt ein „echter Name“, wobei der Briefautor zum allegorischen Wortspiel[37] zufällig Gelegenheit bekam.

Wenn die moderne Deutung von su,zugoj annimmt, dieses nomen sei ein nomen proprium, welches erstens zufällig nicht belegt und zweitens zufällig allegorisch deutbar ist, so ist dieser Erklärungsversuch mit einer doppelten Unwahrscheinlichkeit belastet.

 Wer schließlich sind Euvodi,a( Suntu,ch und Klh,mhj? Alle diese Namen sind inschriftlich belegt und waren den antiken Auslegern als nomina propria bekannt. Die Identifikation der Frauen pflegt ihren Ausgang von Phil 4,3 ai[tinej evn tw/| euvaggeli,w| sunh,qlhsa,n moi zu nehmen und sich mit der Konkretion der an sie gerichteten Ermahnung to. auvto. fronei/n evn kuri,w| zu verbinden.

So versuchte die klassische Exegese, die Frauen mittels einerseits Angaben des Philipperbriefes, anderseits Ausführungen von Apg zu identifizieren; einige erkannten etwa in Euvodi,a das Kognomen der Lydia[38], welche laut Apg 16 Paulus und Silas in Philippi aufgenommen hat.

Die moderne Exegese hingegen verzichtet auf solche Identifikationen: Euvodi,a( Suntu,ch seien „zwei Frauen der philippischen Gemeinde“[39]. Auch der Anlaß der Ermahnung zur Eintracht ist in der neueren Exegese offen: Die einen meinten, die beiden Frauen hätten sich als Privatpersonen[40] überworfen, die anderen mutmaßten, sie hätten sich als Amtsinhaberinnen[41] und damit als Exponenten von Gruppierungen gestritten, und zwar entweder über Fragen des Gemeindelebens[42] oder aber über Fragen der Lehre[43].

Die klassische Identifikation des Klh,mhj stützte sich teils auf Apg – dieser sei der von Paulus bekehrte Gefängniswärter[44] —, teils auf Traditionen über Clemens Romanus[45] — „Clemens hic videtur fuisse Romanus aliquid in Macedonia negotians.“[46] Die moderne Exegese nimmt an, auch Klh,mhj sei ein philippischer Mitarbeiter[47] des Apostels, der zufällig denselben – häufigen – Namen trage wie Clemens Romanus.

 

 

II. Dogmatische Chiffren in einem katholischen Brief?

„Schließlich mag ... bemerkt werden, daß weder die vepi,skopoi und dia,konoi ))) noch die ... auf eine so eigne räthselhafte Weise genannten Personen, die Euodia und die Syntyche (welche man wegen der Ermahnung zur Eintracht eher für zwei Parteien als für zwei Frauen halten möchte) mit der sonstigen Weise der paulinischen Briefe übereinstimmen.“[48]

Mit dem Hinweis auf die Frauennamen Phil 4,2 rundete Baur seine Argumente dafür ab, den Philipperbrief in die Klasse der (pseudepigraphen) frühkatholischen Schriften zu versetzen.

Mit seiner Hypothese zur Gattung des Philipperbriefes wechselte Baur den Rahmen der Exegese der Namen Phil 4,2f. Solange nämlich der Brief als eine Schrift des Paulus Apostolos gilt, bezeichnen die Namen darin historische Personen, sobald er ein fiktiver Brief ist, können diese Namen auch fiktiv oder allegorisch sein.

Den Namen Klh,mhj interpretierte Baur als zugleich historischen und allegorischen. Dieser Name verweise einerseits auf Clemens Romanus und versetze damit das Pseudepigraphon in die apostolische Zeit; Klh,mhj typisiere andererseits das (petrinischen) Judenchristentum ebenso wie der Paulus des Philipperbriefes das Heidenchristentum. Zwischen diesen Typen knüpfe der (katholische) Philipperbrief ein „neues Band des harmonischen Verhältnisses“[49].

Die von Baur problematisierte rätselhafte Weise, in welcher Phil 4,2f die Namen verwende, nahmen Baurs Schüler zum Anlaß, diese als Typoi der judenchristlichen oder heidenchristlichen oder katholischen (bzw. unionspaulinischen) Partei zu deuten.

So fand zunächst Schwegler[50] in Euvodi,a die judenchristliche, in Suntu,ch die heidenchristliche Partei, in su,zugoj hingegen den katholischen Petrus. Holsten[51] bestimmte gerade andersherum Euvodi,a als die heidenchristliche, Suntu,ch als die judenchristliche Partei; die Figur des su,zugoj deutete Holsten teils historisch, teils allegorisch: Diese „hervorragende Persönlichkeit“[52] habe die Aufgabe, „die Gemeinde zur Einheit des Bewußtseins völlig zusammenzujochen“[53].

Weitere Baur-Schüler suchten dessen Parteien-Hypothese etymologisch zu erhärten: Volkmar[54] deutete Euvodi,a—„die Rechtwegige“ bzw. „orthodoxia“—als die judenchristliche Partei, Suntu,ch—„die Mitschwester“—als die heidenchristliche Partei, den avpostoloj su,zugoj als „das zweite Apostelhaupt neben dem Heidenapostel“, nämlich Petrus. Hitzig[55] interpretierte Euvodi,a als die lateinische, Suntu,ch als die griechische Partei in der Gemeinde.

Da diese Etymologismen alle spekulativ blieben, urteilte Völter, der den Passus Phil 4,2f einem Redaktor zuwies: „Ob der Ausdruck euvodi,a (Wohlgeruch, sc. Gottes) auf die Judenchristen, der Ausdruck suntu,ch (die Loosgefährtin [sic], Mitberufene) auf die Heidenchristen zu beziehen ist, läßt sich nicht ausmachen und ist auch ohne Bedeutung.“[56]

Die Möglichkeit, daß nicht nur Su,zugoj, sondern auch Euvodi,a und Suntu,ch, sowie Klh,mhj allegorische nomina sein könnten, schied, als Baurs Pseudepigraphitäts-Hypothese sich als methodisch unhaltbar erwies, aus der Diskussion aus.

 

III. Historische Personen in einem paränetischen Brief?

„Jeder Versuch einer literarkritischen Analyse des Philipperbriefes ist eine Hypothese. ... Die These von der literarischen Einheitlichkeit ist aber nicht weniger eine Hypothese.“[57] So pointiert Schmithals die Alternative[58], auf welche die historisch-kritische Exegese des Philipperbriefes geführt hat.

Sowohl die Hypothese der Einheitlichkeit als auch diejenige der Uneinheitlichkeit nämlich muß gerade deswegen, weil sie bestimmte Phänomene des Philipperbriefes einer Erklärung zuführt, andere Phänomene ignorieren: Die Hypothesen redaktioneller Komposition unternehmen eine Erklärung für das Phänomen, daß aus den situativen Angaben des Philipperbriefes weder eine konsistente historische noch eine psychologische Konstellation[59] zu rekonstruieren sei (sieht man von extra-textuellen ad-hoc-Annahmen[60] ab). Dabei ignoriert dieser Hypothesentypus das Phänomen, daß stilistische Mittel und Motive das Briefcorpus bzw. alle postulierten Teilbriefe durchziehen.

Die Hypothesen der literarischen Integrität hingegen bieten eine Erklärung für das Phänomen, daß in allen Briefteilen Motive und Stilmittel auftreten, welche ein einheitliches Schreiben strukturieren. Dieser Hypothesentypus wiederum ignoriert die historische wie psychologische Inkonsistenz der situativen Angaben des Briefes.

Diese methodische Aporie haben Varianten der Integritätshypothese dadurch zu überwinden versucht, daß sie den Philipperbrief formgeschichtlich interpretierten: Deren Annahme, der Philipperbrief sei eine primär paränetische Gattung, soll sowohl erklären, daß seine strukturierenden Phänomene in allen Briefteilen eintreten, als auch nachweisen, daß die situativen Angaben des Briefes konsistent seien.

Lohmeyer bedient sich des Modells des Martyriums: Dieses gebe „dem Brief eine strenge Geschlossenheit des inneren Aufbaus.“[61] Mit diesem Modell will Lohmeyer sowohl die Paränese (Mahnungen, Vorbild des Apostels) als auch den damit verbundenen Stil (hymnisierende Diktion, Motive: Freude und Einheit) als auch die Disposition des Philipperbriefes erklären (Gegner- und Dank-Passagen). Lohmeyer kann indes nur mittels Zusatzannahmen die historischen Inkonsistenzen deuten (Reduktion der vorauszusetzenden Reisen; Caesarea-Hypothese; doppelte Gegnerschaft).

Bloomquist kombiniert Semiotik und Rhetorik zum Modell des Leidens: Paulus entwickle, um die Gemeinde zu ermahnen, aus dem Typos des Leidenden Gerechten (nach Jes 53) zunächst das Urbild des leidenden Christus, sodann einerseits die positiven Abbilder seiner, Pauli, selbst und seiner Mitarbeiter, andererseits die negativen Gegenbilder seiner Gegner[62]. Bloomquists Modell deutet ebenso die Paränese wie die Motive[63] (Typoi, Leitworte) wie die Disposition[64] des Philipperbriefes (Variation eines epistolaren Schemas). Dabei interpretiert Bloomquist die situativen Angaben des Briefes weniger historisch als paränetisch: “Paul appears to have suppressed the facts surrounding his sufferings and to have stressed the meaning of those sufferings.”[65] Derart erscheinen einerseits die Ausführungen über die Gegner eher topologisch[66], andererseits die über Timotheos und Epaphroditos 2,19-30 eher allegorisch als historisch: „They exemplify the servant-hood depicted in 2.6-11 ... the Christ-type.“[67]

Rathjen[68] entwickelt das formgeschichtliche Modell des Testamentes: Der von Rathjen postulierte Teilbrief[69] Phil 3,1-4,9 “follows the classical pattern of the testament of a dying father to his children”, und sei Pauli “final message to his best-beloved church”[70]. Rathjens Modell deutet zwar die paränetischen Phänomene des Philipperbriefes (autobiographische Darstellung; Vorbild-Motiv; Zukunftsschau), kann aber die Inkonsistenz der situativen Angaben nur durch eine Teilungshypothese erklären, womit das Problem der Disposition ungelöst bleibt. Schließlich wirft Rathjens formgeschichtliches Modell die Frage auf, warum der historische Paulus sein Testament in eine solche literarische Form einkleiden sollte, für welche Pseudepigraphie konstitutiv ist.

Indem Lohmeyer, Bloomquist und Rathjen mit ihren formgeschichtlichen Modellen den Philipperbrief als Paränese bestimmen, funktionalisieren sie sämtliche Ebenen des Briefes: Sowohl die paränetische Ebene als auch die formale Ebene (Syntax, Semantik) als auch die situative Ebene (Gefangenschaft, Mitarbeiter, Gegner) sind einander als Paränese zuzuordnen.

So werden selbst die Personen des Paulus und seiner Mitarbeiter zu paränetischen Allegorien, wie etwa Lohmeyer formuliert: „Das Martyrium hat die Bedeutung, seinen Träger zum `vollkommenen' Repräsentanten des Evangeliums zu bestimmen.“[71] Derart stellen diese formgeschichtlichen Modelle ihre Voraussetzung in Frage: Die Hypothese nämlich, der Philipperbrief sei ein Brief des historischen Apostels Paulus.

 

IV. Allegorische Namen in einem paränetischen Brief?

„Dass die beiden Namen Euodia und Syntyche Frauennamen sind, die auch sonst vorkommen, daran soll gar nicht gezweifelt werden. Aber damit ist die Sache noch nicht abgetan. Der Verfasser will ja jedenfalls, daß man zunächst an Frauen denkt ... Aber die Frage ist, ... ob er nicht vielmehr zu einer allegorischen Deutung der Namen herausfordern will.“[72]

Die formgeschichtlich orientierten Integritäts-Hypothesen haben herausgestellt, daß der Philipperbrief sein Thema koinwni,a| u`mw/n eivj to. euvagge,lion (1,5) auf mehreren Ebenen transportiert.

Was zunächst die inhaltliche Ebene der Paränese angeht, so gehören ihr die Mahnungen[73] und der Hinweis auf das Vorbild des Apostels[74] an; was sodann die formale Ebene angeht, so sind ihr zuzurechnen die parataktische[75] hymnisierende[76] Diktion, gebetsähnliche Satzbildungen[77], kultische Metaphern[78], septuagintisierendes Hendiadyoin[79] plerophores pa/j (44 Belege[80]).

Das Mittel, womit der Brief seine Paränese vornehmlich transportiert, ist kaum untersucht worden: Motive, in denen die inhaltliche und formale Ebene einander durchdringen. Diese für den Philipperbrief typischen Motive, bestehend aus Wortstämmen, Syntagmen und Präpositionen, durchziehen das gesamte Corpus und entfalten das Briefthema koinwni,a| u`mw/n eivj to. euvagge,lion (1,5).

Dieses Briefthema erscheint im Wortstamm *koin* (sechs Belege[81]), im terminus euvagge,lion (neun Belege[82]) und im Syntagma evn kuri,w| (acht Belege[83]).

Die „Gemeinschaft des Evangeliums“ konkretisiert sich zum einen in der Gemeinde, formuliert mit den Wendungen to. auvto. (vier Belege[84]) und eivj (vier Belege)[85], zum anderen zwischen Gemeinde und Apostel, formuliert mittels Pronomina der 1. Person Singular (36 Belege[86]), mittels des Syntagmas pa,ntej u`mei/j (sechs Belege[87]), sowie mittels der Präposition su,n und ihren Komposita (17 Belege[88]). Diese „Gemeinschaft“ wirkt „Freude“ (14 Belege für den Wortstamm *car*[89]) und (Gottes) „Wohlgefallen“ (Komposita mit eu= [90]) in Gehorsam[91] und Leiden[92] .

Das Briefthema koinwni,a eivj to. euvagge.lion entfalten nicht allein die Mahnungen der Schlußparänese Kap. 4,1-9: Die Gemeinde soll jene Lehre bewahren, welche der Apostel vorgelebt habe, damit sein apostolisches Wirken nicht vergebens[93] gewesen sei. Das Briefthema entfalten darüber hinaus die Namen Phil 4,2f, insofern auch sie gebildet sind aus solchen Wortstämmen und Präpositionen, die jenes Thema im Corpus formulieren.

Was zunächst su,zugoj angeht, so gehört der erste Wortteil su,n zum Motiv der Gemeinschaft, sein zweiter Teil zugo,j gehört zum Wortfeld „Ackerbau“, welche Metaphorik das Corpus Paulinum[94] für die Arbeit des Missionars verwendet.

Was sodann Euvodi,a angeht, so gehört der erste Bestandteil eu= zum Motiv „Freude“ und „Wohlgefallen“ (Komposita mit eu=). Der zweite Bestandteil o`di,a (zu o/do,j) gehört dem Wortfeld avgw/n an , welches im Philipperbrief[95] wie im Corpus Paulinum[96] den „Wettkampf“ des Missionars bezeichnet.

Was schließlich Suntu,ch betrifft, so sind zweierlei Auflösungen möglich: Entweder ist auch dieser Name eine zusammengesetzte Bildung, dann gehörte su,n zum Motiv „Gemeinschaft“ und tu,ch wiese auf den erhofften „glücklichen Ausgang“ der paulinischen Mission hin. Oder Suntu,ch ist eine einfache Bildung, dann exemplifizierte das Verbum suntugca,nw („zusammenkommen“[97]) jene freudige Eintracht, zu welcher der Philipperbrief unermüdlich mahnt: Cai,rete evn kuri,w|.

Was im übrigen Klh,mhj angeht, so könnte dieser Name eine Allegorie zu Phil 4,5 sein, einer Illustration der „Gemeinschaft“, wie der Apostel sie in der Schlußparänese Phil 4,4 als evpieike,j, dem griechischen Gegenstück zur clementia, beschwört.

Der Befund, daß die Teile der Namen Suzu,goj( Euvodi,a und Suntu,ch zu jenen Worten gehören, welche die Motive des Philipperbriefes konstituieren, und daß zweitens diese Teile dem Wortfeld Mission zuzuordnen sind, ist erklärungsbedürftig.

V. Paränetische Allegorien in einem pseudepigraphen Brief?

  „Die Bedeutung der Gründe, die sich gegen [den paulinischen] Ursprung und Charakter der kleineren Briefe ... geltend machen lassen, [wird sich] bei weiterer unbefangener kritischer Erforschung ... nicht vermindern, sondern nur verstärken ...“[98] Die methodischen Aporien, welche entstehen, wenn mit dem Philipperbrief auch die Namen Phil 4,2f historisch interpretiert werden, entfallen, wird an ihm die Pseudepigraphitäts-Hypothese durchgeführt.

Der Sachverhalt, daß die Namen Su,zugoj( Euvodi,a und Suntu,ch (Klhmhj) sowohl als nomina propria als auch als nomina allegorica zu deuten[99] sind, wäre als Variante der Redaktions-Hypothese erklärbar: Diese ginge davon aus, daß sich die nomina im kanonischen Philipperbrief einer Redaktion verdanken. So hat Schmithals vermutet, der Philipperbrief-Redaktor habe, als er aus Gelegenheitsbriefen einen Lehrbrief geschaffen habe, das nomen allegoricon Suzu,goj anstelle des ursprünglichen Namens eines Mitarbeiters Pauli (Epaphroditos oder Timotheos) eingesetzt[100]; auch die beiden Frauennamen könnte eine Redaktion anstelle ursprünglicher Namen eingefügt haben.

Mit Trobisch ließe sich diese Redaktions-Hypothese dahingehend modifizieren, daß Paulus selbst als Herausgeber seiner Korrespondenz die ursprünglichen Namen Phil 4,2f durch allegorisierende ersetzt[101] habe, etwa um aus dem (erledigten) Fall der Frauen ein Exempel zu machen.

Hingegen geht die Revision der Pseudepigraphitäts-Hypothese davon aus, daß der Philipperbrief nie ein Schreiben des historischen Apostels Paulus war, sondern als fingiertes Testament geschaffen wurde. Darin hatten die Namen Phil 4,2f den Zweck, das paränetische Briefthema—Mahnung zur Einheit—allegorisch zu verstärken. Derartige Namens-Allegoresen finden sich zwar in echten antiken Briefen[102], aber eben auch in pseudepigraphen Episteln[103].

Die Pseudepigraphitäts-Hypothese verdient m.E. gegenüber der Redaktions-Hypothese wie der (historischen) Integritäts-Hypothese aus methodischen Erwägungen den Vorzug: Bei einer Interpretation des Philipperbriefes als Pseudepigraphon entfallen nämlich die historischen und psychologischen Inkonsistenzen im Philipperbrief, welche sonst Gegenstand von Teilungshypothesen oder extra-textuellen Zusatzannahmen bleiben.

Wird der Philipperbrief als Pseudepigraphon interpretiert, sind erstens die situativen Angaben des Briefes konsequent als Fortsetzung der Paränese auf einer weiteren Ebene zu verstehen. Handel und Wandel des Apostels und seiner Mitarbeiter nämlich sind Allegorien der Mahnung zur „Gemeinschaft am Evangelium“: Diese exemplifizieren in positiver Weise das Martyrium des Paulus, die Sendung des Timotheos, die Krankheit des Epaphroditus, die Spende der Philipper, in negativer Weise das Auftreten der Feinde des Evangeliums.

Wird der Philipperbrief als Pseudepigraphon interpretiert, ist zweitens die Disposition des Schreibens zu erklären als Verlängerung der Paränese auf eine zusätzliche Ebene. Die Topoi des Briefschlusses des Philipperbriefes nämlich folgen dem Schema des Briefschlusses im Corpus Paulinum[104]: Nachrichten über Mitarbeiter, Ketzerpolemik, Paränese, Kollekten; der Philipperbrief erweitert diese Teile jenes Schema[105] so, daß „Mitarbeiter“, „Ketzer“ und „Spender“ das Briefthema „Gemeinschaft am Evangelium“ zum Briefschluß nochmals exemplifizieren.

Wird der Philipperbrief als Pseudepigraphon interpretiert, sind drittens die Namen Phil 4,2f zu deuten sowohl als nomina allegorica als auch als nomina propria. Die in den Verbformen genannten Mahnungen werden jeweils verstärkt durch die in den Substantiven liegenden Mahnungen:

Die verbale Mahnung an Euvodi,a und Suntu,ch „im Herrn einig zu sein“ wird verstärkt durch die substantivische Anspielung auf die Teilhabe am paulinischen avgw/n, sowie zweitens auf die Gemeinschaft am gottgefälligen Sieg; so illustrieren die Frauennamen den Satz: Pa,nta poiei/te cwri.j goggusmw/n kai. dialogismw/n ))) lo,gon zwh/j evpe,contej ))) o[ti ouvk eivj keno.n e;dramon (Phil 2,14-16). Die verbale Mahnung an Su,zugoj, mit den Frauen „Hand anzulegen, wird verstärkt durch die substantivische Andeutung auf das Mitwirken an apostolischen e;rgoj; derart exemplifiziert der Männername den Satz: w`j patri. te,knon su.n evmoi. evdou,leusen eivj to. euvagge,lion (Phil 2,22). Auch die Einführung des Klh,mhj dürfte intendieren, die Mahnungen Phil 4,2f nochmals zu verstärken im Sinne der Mahnung: th/| tapeinofrosu,nh| avllh,louj h`gou,menoi u`pere,contaj e`autw/n (Phil 2,3).

Die Hypothese der Pseudepigraphität des Philipperbriefes ist einfach und erklärungskräftig. Sie hebt das Dilemma auf: Integrität ohne Erklärung der situativen Inkonsistenzen oder Literarkritik ohne Deutung der Strukturelemente. Da die historisch-kritische Exegese bei den übrigen als „echt“ angenommenen Paulusbriefe in ein ähnliches Dilemma geführt hat, bliebe zu prüfen, ob die Pseudepigraphitäts-Hypothese auch diese zu erklären geeignet ist und wie eine Hypothese zur Genese der Paulusliteratur alternativ zur Authentizitäts-Hypothese zu begründen ist.

 

[1]        Vgl. zur Umstellung des zweiten avgaphtoi, gegen den textus receptus G. Wohlenberg, Der Brief des Paulus an die Philipper, KK 4, München 21895, 115; W. Schenk, Die Philipperbriefe des Paulus. Kommentar, Stuttgart/Berlin 1984, 271.

[2]     B. Müller, Der Brief des Paulus an die Philipper, ThHK 11/1, Leipzig 1993, 193.

[3]     Vgl. Theophylact, Expositio Epistolae ad Philippenses, PG 124, 1139-1204: 1191; Johannes Chrysostomos, In Epistolam ad Philippenses commentarii, PG 62, 177-298: 279; Theodor von Mopsuestia, In Epistolam ad Philippenses, PS 66, 921-926: 925; Theodoret von Cyrus, In Epistolam ad Philippenses, PG 82, 557-590: 586.

[4]     Inschriftliche Belege für diese Namen bei Th. Zahn, Einleitung in das Neue Testament, Bd. 1, Leipzig 31924, 378f; sowie bei P.M. Fraser/E. Matthews (Hg.), A Lexicon of Greek Names, Vol. 1, Oxford 1987, zu Namen mit EY- vgl. 169-181; zu Namen mit SU vgl. 415f.

[5]     Vgl. H.G. Liddel/R. Scott, A Greek-English Lexicon, Oxford 91940 (hg.v. H.S. Jones/R. McKenzie, Oxford, 31953), 1670; weitere Belege für “Gattin” bei W. Bauer, Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Litera­tur (hg.v. K. Aland/B. Aland), Berlin/New York 61988, 1670.

[6]     Vgl. Liddel, Lexicon (Anm. 6) 354.

[7]     Vgl. Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191; Oecumenicus, Commentarius in Pauli Apostolo ad Philippenses Epistola, PG 118, 1259-1326: 1316, 1316; B. Weiß, Der Philipperbrief. Ausgelegt und die Geschichte seiner Auslegung kritisch dargestellt, Berlin 1859, 300.

[8]     Vgl. Johannes Chrysostomos, Phil (Anm. 4) 279; Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191.

[9]     Vgl. Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191.

[10]   Vgl. Grotius, H., Annotationes in vetus et novum testamentum, Bd. 3, London 1727, 342.

[11]   Vgl. “Einige” bei Theodor von Mopsuestia, Phil (Anm. 4), 925.

[12]   Anti-enkratistisch: Clemens Alexandrinus, Strom III, 6,74, PS 8, 685-4382: 1156; (zustimmend zitiert durch Euseb, h.e. III,30, SG 20, 45-906: 277); Origines, Commentaria in Epistulam S. Pauli ad Romanos, PG 14, 837-1292: 840 (zu Röm 1,1). Grammatikalisch: D. Erasmus, Para­phrasis in Epistola Pauli ad Philippenses, Opera Omnia in decem tomus distincta, Bd. 7, Leiden 1703 (Nachdruck: Hildesheim 1962), 1001; Th. De Vio Caietanus, In omnes D. Pauli et aliorum Apostolorum Epistolas commentarii, Bd. 2, Paris 1639, 256. Antikatholisch: Ausleger der altprotestantischen Orthodoxie, vgl. Weiß, Phil (Anm. 8) 299.

[13]   W. Este, In omnes D. Pauli Epistolas, item in catholicas commentarii, Bd. 2, Moguntia (Mainz) 21859, 472.

[14]   Vgl. Johannes Chrysostomos, Phil (Anm. 4) 279; Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191; Theodoret von Cyrus, Phil (Anm. 4) 586; Oecumenicus, Phil (Anm. 8) 1316; Theodor von Mopsuestia, Phil (Anm. 4) 925.

[15]   Erstens finden sich im Corpus Paulinum nur wenige Attizismen, vgl. Este, commentarii (Anm. 14) 472, zweitens sollte der Philipperbrief zur eindeutigen Identifikation einer Ehefrau das Adjektiv gnh,sioj– obschon grammatikalisch zweiendig – mit femininer Endung gesetzt haben, vgl. Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191; Este, commentarii (Anm. 14) 472.

[16]   Laut 1Kor 7,8 war Paulus, wie er diesen Brief schrieb- wohl früher als den Philipperbrief -, unverheiratet, vgl. Theodoret von Cyrus, Phil (Anm. 4) 585: Hätte er doch geheiratet, dann hätte der Apostel—wie Phil 4,3 voraussetzt—, seine Gattin kaum in Philippi zurückgelassen, vgl. Oecumenicus, Phil (Anm. 8) 1316.

[17]   Belege bei Bauer, Wörterbuch (Anm. 6) 1548.

[18]   Vgl. 1Tim 1,2; Tit 1,4. Literarische Belege bei M. Dibelius, An die Thessalonicher I, II, an die Philipper, HNT 11, Göttingen 31937, 94.

[19]   Vgl. Chrysostomos, Phil (Anm. 4) 280; Weiß, Phil (Anm. 8) 300.

[20]   H.A.W. Meyer, Die Briefe Pauli an die Philipper, Kolosser und an Philemon, KEK, Göttingen 41874, 127.

[21]   Vgl. W.M.L. De Wette, Kurze Erklärung der Briefe an die Colosser, an Philemon, an die Epheser und die Philipper, Leipzig 1843, 210; Dibelius, Phil (Anm. 19) 94; E. Lohmeyer, Die Briefe an die Philipper, an die Kolosser und an Philemon, KEK 9, Göttingen 1956, 166; W. Michaelis, Der Brief des Paulus an die Philipper, ThHK 11, Leipzig 1935, 65; Delling, Su,zugoj (Anm. 3) 750; weitere bei J. Ernst, Der Philipperbrief, RNT, Regensburg 1974, 167 mit Anm. 72.; Schenk, Phil (Anm. 1) 272.

[22]   Vgl. Meyer, Phil (Anm. 21) 127; J.H. Michael, The Epistle of Paul to the Philippians, MNTC, London 1928, 191; J. Gnilka, Der Philipperbrief, HThK 10, Freiburg/Basel 1968, 167 mit Anm. 76; vgl. 2Kor 8,18.22; 12,18.

[23]   M. Luther, Glosse zu Phil 4,3 im Neuen Testament von 1522 / 1546, WA Deutsche Bibel 7, 1925, 223; erwogen von R.A. Lipsius, Briefe an die Galater, Römer, Philipper, HNT 2/2, Freiburg/Leipzig 21893, 225.

[24]   Vgl. P. Ewald, Der Brief des Paulus an die Philipper, KNT XI, Leipzig 41923, 202; De Wette, Phil (Anm. 22) 210; Michaelis, Phil (Anm. 22) 65; Gnilka, Phil (Anm. 23) 166. Vgl. 1Thess 5,12f, Röm 12,6-8; Gal 6,6.

[25]   Vgl. Ernst, Phil (Anm. 22) 168.

[26]   Vgl. Weiß, Phil (Anm. 8) 300.

[27]   Vgl. Ewald, Phil (Anm. 25) 197.

[28]   Vgl. Marius Victorinus, In Epistola Pauli ad Philippenses, CSEL 83, 174-229: 218; Grotius, Annotationes, (Anm. 11) 342; J.B. Lightfoot, St. Paul's Epistle to the Philippians, London 41885, 158. Argumentation: Wenn der Apostel Phil 2,25 die Sendung des Timo­theos ankündige, lege er diesem dort mit sunergo,j und sustratiw,thj Epitheta derselben Art wie Phil 4,2 SUZUGOS bei.

[29]   Vgl. Este, commentarii (Anm. 14) 474; Timotheos oder Epaphroditos; D. Völter, Art. Die zwei Briefe an die Philipper, ThT 26 (1892), 10-44.117-146: 124; W. Schmithals, Art. Die Irrlehrer des Philipperbriefes, ZThK 54 (1957), 297-341: 306 Anm. 1; Schenk, Phil (Anm. 1) 272. Argumentation: Erstens hebe Phil 2,20 diesen Mitapostel mit dem Prädikat gnhsi,wj ta. peri. u`mw/n merimnh,sei heraus, zweitens kündige der Apostel Phil 2,19 an, diesen tace,wj pe,myai; drittens bezeichne 1Tim 1,2 ebenfalls Timotheos als gnh,sioj.

[30]   Vgl. J.A. Bengel, Gnomon novi testamenti, Tübingen 31773 (Nachdruck Stuttgart 1860), 779; Delling, Su,zugoj (Anm. 3) 750; J. Jeremias, Art. Paarweise Sendung im NT, in: NT Essays. Festschrift T.W. Manson, Manchester, 1959, 130-150: 140. Argumentation: Laut Apg 16 habe Silas zusammen mit Paulus die philippinische Gemeinde zunächst begründet und ihr sodann vorgestanden.

[31]   Vgl. Ewald, Phil (Anm. 25) 167; E. Haupt, Die Briefe an die Kolosser, Philipper und an Philemon, KEK 9, Göttingen 61897, 201; Ernst, Phil (Anm. 22) 166; dort weitere Vertreter; ebenso Bauer, Wörterbuch (Anm. 6) 1548.

[32]   SUZUGOS nomen proprium eines Unbekannten: Lipsius, Phil (Anm. 24) 225; Haupt, Phil (Anm. 32) 171; Ewald, Phil (Anm. 25) 202; Lohmeyer, Phil (Anm. 22) 166; Michael, Phil (Anm. 23) 191; M.R. Vincent, Critical and Exegetical Commentary on the Epistles to the Philippians and to Philemon, ICC, Edinburgh 1897, 131; F.W. Beare, A Commentary on the Epistle to the Philippians, London 1959, 145; Ernst, Phil (Anm. 22) 114; Gnilka, Phil (Anm. 23) 166.

[33]   Meyer, Phil (Anm. 21) 127; Dibelius, Phil (Anm. 19) 94; Ernst, Phil (Anm. 22) 171; Delling, Su,zugoj (Anm. 3) 749.

[34]   Vgl. Lipsius, Phil (Anm. 24) 225.

[35]   Vgl. Michael, Phil (Anm. 23) 191.

[36]   Vgl. Ewald, Phil (Anm. 25) 201.

[37]   Schon Oecumenicus, Phil (Anm. 8) 1316, nimmt an, ein Eigenname werde allegorisch gedeutet: o;noma ku,rion ))) w- kai (explikativ) parati,qetai; vgl. ferner Meyer, Phil (Anm. 21) 127; Michael, Phil (Anm. 23) 191; Ernst, Phil (Anm. 22) 114; Gnilka, Phil (Anm. 23) 166; Müller, Phil (Anm. 2) 193.

[38]   Vgl. Zahn, Einleitung 1 (Anm. 5) 379; erwogen von Ewald, Phil (Anm. 25) 212.

[39]   Gnilka, Phil (Anm. 23) 166; vgl. ferner Meyer, Phil (Anm. 21) 125; Michael, Phil (Anm. 23) 188; Vincent, Phil (Anm. 33) 130; Beare, Phil (Anm. 33) 143; Müller, Phil (Anm. 2) 192.

[40]   Vgl. Theodoret von Cyrus, Phil (Anm. 4) 586; Grotius, Annotationes (Anm. 11) 342; Este, commentarii (Anm. 14) 472; Vincent, Phil (Anm. 33) 130; Weiß, Phil (Anm. 8) 298; Michaelis, Phil (Anm. 22) 65; Gnilka, Phil (Anm. 23) 166.

[41]   Vgl. Johannes Chrysostomos, Phil (Anm. 4) 279 to. kefa,lon th/j e,kklhsi,aj; ebenso Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191; Grotius, Annotationes (Anm. 11) 342; Haupt, Phil (Anm. 32) 170; Ewald, Phil (Anm. 25) 197; Wohlenberg, Phil (Anm. 1) 115; Lightfoot, Phil (Anm. 29) 158; Ernst, Phil (Anm. 22) 113; Schenk, Phil (Anm. 1) 271.

[42]   Vgl. Theodor von Mopsuestia, Phil (Anm. 4) 925; De Wette, Phil (Anm. 22) 210; Wohlenberg, Phil (Anm. 1) 115; Haupt, Phil (Anm. 32) 170; Ewald, Phil (Anm. 25) 198; Gnilka, Phil (Anm. 23) 166; Lohmeyer, Phil (Anm. 22) 165, vermutet, die Differenzen hätten im drohenden Martyrium ihre Ursache ge­habt; De Wette, Phil (Anm. 22) 210, und Müller, Phil (Anm. 2) 192, vermuten Zwistigkeiten wie in 2,1f.

[43]   Vgl. Michael, Phil (Anm. 23) 189; A. Klöpper, Der Brief des Apostels Paulus an die Philipper, Gotha 1893, 229; Beare, Phil (Anm. 33) 142f; Lipsius, (Anm. 24) 225; Schmithals, Art. Irrlehrer (Anm. 30) 338; Schenk, Phil (Anm. 11) 272.

[44]   Erwogen von Theophylact, Phil (Anm. 4) 1191; Ewald, Phil (Anm. 25) 200; Zahn, Einleitung 1 (Anm. 5) 379.

[45]   Schon Irenäus, AdvHaeres 3,3,3, PG 7,1.2, 437-1224: 849; Tertullian, praescr. 32, PL 2, 12-74: 45. Euseb, h.e. III,15, SG 20, 45-906: 249.

[46]   Schon Origenes, Commentaria in Joannem, PG 14, 21-830, 293 (tom VI: zu Joh 1,29); Epiphanius haeres PG 41, 173-1196, 371 (27,6); Euseb h.e. III,15, SG 20, 45-906: 249; Grotius, Annotationes (Anm. 11) 342.

[47]   De Wette, Phil (Anm. 21) 210; Lipsius, Phil (Anm. 24) 225; Lohmeyer, Phil (Anm. 22) 167.

[48]   F.Chr.Baur, Paulus, der Apostel Jesu Christi. Sein Leben und Wirken, seine Briefe und seine Lehre. Ein Beitrag zu einer kritischen Geschichte des Urchristentums, Leipzig 21866 (hg.v. E. Zeller), 88.

[49]   Baur, Paulus (Anm. 49) 71.

[50]   Vgl. A. Schwegler, Das Nachapostolische Zeitalter, Bd. 2, Tübingen 1846, 133-135.

[51]   Vgl. C. Holsten, Art. Der Brief an die Philipper. Eine exegetisch-kritische Studie, Theil 2, JPTh 2 (1876), 58-372: 70.

[52]   Holsten, Brief 2 (Anm. 52), 71.

[53]   Holsten, Brief 2 (Anm. 52) 72.

[54]   G. Volkmar, Art. Über Euodia, Euodios und Anaclet, ThJb(T) 15 (1856), 147-151, folgende Zitate 147.

[55]   Vgl. K. Hitzig, Zur Kritik paulinischer Briefe, Leipzig 1870, 9-21: Suntuch sei der Ausruf Leas bei der Geburt Gads evn tu,ch|; Euodia eine freie Übersetzung des Namens Ascher; beide Söhne der Silpa („Vorhaut“) bezeichneten heidnische Parteien.

[56]   Völter, Briefe (Anm. 30) 123.

[57]   Schmithals, Irrlehrer (Anm. 30) 59 mit Anm. 59.

[58]   Vgl. M. Karrer, Art. Philipperbrief, 3EKL 3, 1993, 1181-1182: 1182.

[59]   Wechselnde Haltung des Paulus gegenüber den Gegnern und seiner Ge­fangenschaft, die Stellung des Dankes am Briefende, die vorauszusetzenden Reisen.

[60]   Externe Faktoren: Nachrichten; interne Faktoren: Diktierpausen, Stimmungswechsel.

[61]   Lohmeyer, Phil (Anm. 22) 5.

[62]   Vgl. L.G. Bloomquist, The Function of Suffering in Philippians (JSNT.S 78), Sheffield 1993, 138: „Paul appeals to others whose type he embodies (Christ) or who embody the Pauline type (Timothy, Epaphrodite, the Philippian community) in order to make his case. He also radically contrasts himself with his `opponents' who are characterized by another type opposed to that of Christ.”

[63]   „In recurrent language and imagery the experience of Christ, and the experiences of Paul, and the coworkers of Paul are interwoven.” Bloomquist, Function (Anm. 63) 164.

[64]   Bloomquist, Function (Anm. 63) 137.

[65]   Bloomquist, Function (Anm. 63) 148.

[66]   Bloomquist, Function (Anm. 63) 133: Paul “is not attempting to set forth a historically correct picture of who his opponents are but rather attempting to convince his followers.”

[67]   Bloomquist, Function (Anm. 63) 173: Zweck von Phil 2,19-30: „presenting the Philippians with ... apostolic emissaries who exemplify the servant-hood depicted in 2.6-11 and ... presenting the Philippians with those who also embody the Christ-type.”

[68]   B.D. Rathjen, Art. The Three Letters of Paul to the Philippians, NTS 6 (1959/60), 167-173, rekonstruiert ein Testaments-Schema aus TestXII, zwischentestamen­tarischer Literatur sowie literarischen Testamenten im AT.

[69]   Rathjen, Letters (Anm. 67) 169, zerlegt Phil in drei sukzessive Teilbriefe: Phil A: 4,10-2; Phil B: 1,1-2,30 mit 4,21-23, Phil C: 3,1-4,9.

[70]   Rathjen, Letters (Anm. 67) 171.

[71]   Lohmeyer, Phil (Anm. 22) 5.

[72]   Völter, Briefe (Anm. 30) 122.

[73]     Imperativische Formen: Phil 1,27.30; 2,2.12.14.29; 3,2(3x).15 (Kohortativ); 3,17; 4,1.3.4(2x).5.6(2x).8.9.21(2x); an imperativische Formen angeschlossene prädikative Partizipien: Phil 1,27.28; 2,2.3.4.16

[74]   Vorbild-Motiv: Phil 1,20.30; 3,17; 4,9.12 (Apostel); 2,29; 3,17 (Mitarbeiter).

[75]   Außer Finalsätzen mit eivj Phil 1,10.26.27; 2,15.19.27; 3,3.20; 4,11 mit i[na – Phil 1,10 – mit o[ti Phil 2,16; 2,30- mit w[ste – Phil 1,13, 2,12; 4,1 – weist Phil wenig Hypotaxe auf (nur Phil 2,23 w`j, Phil 2,26 dio,ti, Phil 2,28.29 ou=n, 4,15 o[te, Phil 4,16 o[ti). Die Partikel ga,r führt Bekenntnissätze ein – Phil 1,8.19.21; 2,13.20.21.27; 3,3.20; 4,11; die Partikel eiv leitet keine wirkliche, sondern eher eine hypothetische Bedingung ein, ist also weniger konditional als vielmehr assertorisch (si forte): Phil 1,22, 2,1(3x).17; 3,4.11.12.15; 4,8.

[76]   Zahlreiche hymnische Relativpronomina und Partizipien: Phil 2,6.7.8, 3,3.8b.10.12.20(2x).21; 4,3c.10b.

[77]   Gebetsähnliche Satzbildungen mit i[na: Phil 1,9-11; 1,25f; 2,30b; 4,5a.6b.7.8b.9b.19.20.

[78]   Vgl. Phil 2,17; 4,18 qusi,a; 2,17.30 leitourgi,a; 4,8 semno,j kai. di,kaioj( ovsmh. euvwdi,aj( qusi,a dekth,; 4,18 euva,reston.

[79]   Hendiadyoin: Phil 1,7.15.19.25; 2,1.3.14.17.25; 4,1.7.

[80]   pa/j mit Komposita: Phil 1,1.3.4(3x).7(2x).8.9.13.18.20(2x).25; 2,10.11.12.14.17.21.26.29; 3,8(2x).21; 4,4.5.6.7.12.13.18.19.21.22.

[81]   * koin * mit Komposita: Phil 1,5.7; 2,1; 3,10; 4,14.15.

[82]   euvagge.lion: Phil 1,5.7.12.16.27(2x); 2,22; 4,3.15.

[83]   evn kuri,w| ∙: Phil 1,14; 2,19.24.29; 3,1; 4,1.4.10.

[84]   to. auvto, Phil 2,2(2x); 3,1; 4,2.

[85]   ei-j: Phil 1,27; 2,2(2x); 3,13.

[86]   Besonders häufig Substantive mit mou: 1,3.4.7(2x).13.14.16.20; 2,2.12(3x); 3,17; 4,1.14.19. Sonstige Wortarten mit mou: 1,7.21.26(2x).30(2x); 2,19.22.27.28.30; 3,4(2x).9.13; 4,3.9.10.11.13.21.

[87]   pa,ntej u`mei/j Phil 1,4.7(2x).8.25; 2,17.26.

[88]   su,n mit Komposita: Phil 1,1.7.23.27; 2,2.17.18.22.25(2); 3,10.17.21; 4,2.3.14.21.

[89]   Der Stamm *car*: Phil 1,4.18b(2x).25.29; 2,2.17.18.28.29; 3,1; 4,1.4.10.

[90]   Vgl. euvdoki,a 1,15; 3,13; eu;fhma 4,8; euva,reston und euvwdi,a( 4,18; vgl. auch euvyuce,w 2,19.

[91]   „Gehorsam“: Phil 1,27; 2,3.12.

[92]   „Leiden“: Phil 1,20.21.29; 2,17; 3,10.

[93]   Vgl. Phil 1,30; 2,16; 3,14.

[94]   Vgl. 1Kor 3,9; 9,9f; 2Kor 6,14; 1Tim 5,18; vgl. ferner Mk 4. Unwahrscheinlich ist die Deutung auf das “Joch des Glaubens” (Mt 11,29f), wie seit Theodor von Mopsuestia, Phil (Anm. 4) 925.

[95]   Vgl. Phil 1,27 sunaqlei/n; Phil 1,30 avgw/n; 2,16 dramei/n; 3,12 lambanw/; 3,14 brabei/on; 4,1 ste,fanoj; Phil 4,3 sunaqle,w( bi,blon zwh/jÅ.

[96]   Vgl. tre,cein 1Kor 9,24; Gal 2,2; 5,7 Hebr 12,1; avgw/n 1Thess 2,12; 1Tim 6,12; 2Tim 4,7.

[97]   Vgl. Lk 8,19, Apg 11,26 Codex Claromontanus; weitere Belege bei Bauer, Wörterbuch (Anm. 6) 1549f.

[98]   Baur, Paulus (Anm. 49) 279 mit Anm. 1.

[99]   “SYZYGOS  almost certainly to be regarded as a proper name. (...) The name is a symbolical one.  means one who has the power of bringing together what belongs together”. (W.C. Van Manen, Art. Syzygos, EB 4 (1903), 4844.)

[100]  Dies ergibt sich für Schmithals aus seinem Postulat, daß die „vorkanonischen Philipperbriefe“ teils an die Gemeinde, teils an einzelne Mitarbeiter gerichtet gewesen seien, vgl. Schmithals, Irrlehrer (Anm. 30) 306.

[101]  Vgl. D. Trobisch, Pauls's Letter Collection. Tracing the Origins, Minneapolis 1994. Trobisch erörtert 34f, 77 autoredaktionelle Namenstilgung und hält—mündliche Mitteilung—Namensänderungen durch Paulus für möglich.

[102]  Beispiele für „descriptive or punning names“ bei Vincent, Phil (Anm. 33) 131.

103]          Vgl. unter den (unechten) platonischen Briefen Nr. 6 mit den Namen KORISKOS (kori.zw= liebhaben) und ERASTOS  (evra,w = lieben), die sowohl nomina propria als auch nomina allegorica sind, welche die Aussage unterstützen: „Dem KORISKOS und ERASTOS  rate ich, dem ERMEIAS diese Anhänglichkeit zu erwidern und durch gegenseitige Beweise von Liebe ein unzertrennliches Freundschaftsband zu er­reichen zu suchen“ (323b). Ferner Nr. 5 mit dem Namen EYΦPAIOΣ (euvfra,zw= sich erfreuen) zur Illustration der Aussage, jener könne dem Briefempfänger „sehr von Nutzen sein“ (321b). Plato, Epistulae, Platonis Opera, Vol. 7, The Loeb Classical Library, (h.g.v. T.E. Page u.a.), Oxford o.J., 382-628: 458.452. Zur Frage der Pseudepigraphität der pla­tonischen Briefe vgl. L. Edelstein, Plato's Seventh Letter (PhAnt 14), Leiden 1966, 156-162.

[104]       Folgendes epistolares Schema läßt sich m.E. aus dem Corpus Paulinum rekonstruieren: Präskript (vgl. Röm 1,1-7; 1Kor 1,1-3, 2Kor 1,1-2; Gal 1,1-5; 1Thess 1,1.); Proömium (vgl. Röm 1,8-15; 1Kor 1,4-9; 2Kor 1,3-7 [Eulogie]; fehlt Gal; 1Thess 1,2-10); Corpus mit Briefanlaß zu Anfang: Hinweis auf Situation des Verfassers (Röm 1,8-15; 2Kor 1,8; 2,13/7,5; ) oder auf Situation der Adressaten bzw. Nachrichten (1Kor 1,11; Gal 1,6-9); 1. Schlußteil „Hinweis auf Mitarbeiter“ (Röm 15,24; 1Kor 16,5-12; 2Kor 13,1; fehlt Gal; 1Thess 2,18; 3,1-13); 2. Schlußteil „Ketzerpolemik“ (Röm 15,31; 16,17-20a; fehlt 1Kor; 2Kor 10-13; Gal 6,12f; 1Thess); 3. Schlußteil „Paränese“ (Röm 13-15; 1Kor 16,13f; 2Kor 13,11; Gal 6,1-10; 1Thess 5,12-22); 4. Schlußteil „Kollekte“ (Röm 15,25-29; 1Kor 16,1-4; 2Kor 8.9; fehlt Gal, 1Thess); Grüße (Röm 16.1-16; 1Kor 16,19-22; 2Kor 13,12; 1Thess 5,26); ca,rij-Formel (Röm 16,20b; 1Kor 16,23; 2Kor 13,13; Gal 6,18; 1Thess 5,28).

[105]       Der Philipperbrief weist einerseits Phil 1,12-2,18 ein Corpus auf mit Hinweis auf die Situation des Verfassers zu Anfang 1,12-26. Der Brief hat andererseits den Rahmen dieses Basis-Formulars: Präskript (1,1f), Proömium (1,3-11) und variiert die Schlußteile: 1. Schlußteil „Hinweis auf Kommen bzw. Sendung eines Mitarbeiters” Phil 2,19-30; 2. Schlußteil “Ketzerpolemik” Kap. 3; 3. Schlußteil “Paränese” Phil 4,1-9; 4. Schlußteil „Kollekte“ in Phil 4,10-20, Grüße (4,21f), ca,rij-Formel (4,23).