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FAQ: Was ist Radikalkritik?
| Acht radikalkritische Thesen

 

Prof. "Errorman" und die nichtchristlichen Jesuszeugnisse

Zu Bart Ehrmans Buch: Did Jesus exist?


Der Aufhänger des Buches ist der folgende: Bart D. Ehrman, PhD, Distinguished Professor der University of North Carolina at Chapel Hill, wollte eigentlich ein ganz anderes, wichtigeres Werk schreiben, darüber nämlich, wie aus einem jüdischen Endzeitpropheten namens Jesus ein göttliches Wesen bzw. Gott wurde. Doch dann wurde er durch einige Emails aufgeschreckt. Er sah sich plötzlich in Anspruch genommen durch eine Szene, die ihm bis dato offenbar unbekannt war: Mythizisten, die sich für ihre Behauptung, es habe keinen Jesus gegeben, auf seine Autorität beriefen! Anlass und Grund genug für einen gewissenhaften „New Testament scholar“, die Sache näher in Augenschein zu nehmen...  

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Hinweis:  G.A. Wells, "Urgestein" der Jesus-Skepsis , hat in der Juni/Juli-Ausgabe der Free Inquiry eine kritische Besprechung des Ehrman Buches veröffentlicht ("Ehrman on the Historicity of Jesus and on Early Christianity"). Hier einige Zitate:


THE JESUS PROCESS

On May 15, 2012, New Oxonian will play host to a short consortium on the historical Jesus. The discussion centers on recent attempts by internet bloggers to enter the scholarly arena on the subject.

The Jesus Process is the beginning of an international consultation of scholars who are taking up the Jesus question anew. The first collection of essays by consultation members will be published in the winter of 2013.

I am happy to use this opportunity to announce the project, which will be dedicated to promoting the highest standards in the non-parochial investigation of Christian origins. The work of the project, including information about how you can become associated with it, will be available on its new website on June 15, 2012.

Any questions can be addressed to me as comments on this site or to joseph.hoffmann@keble.oxon.org


18. April 2012:  Robert M. Price: Ehrmans Kenntnis der radikalen Kritik beruht auf   "second-hand-reports"
Price: "I can only hope your readers will take the trouble to look up my books to see if I am truly the fool that you make me out to be."


CNN - April 7th, 2012 : The Jesus debate: Man vs. myth

Does Easter celebrate a man, a savior, or a myth? Some say Jesus never existed and was a myth created by early Christians...


Stephen Law, Evidence, Miracles and the Existence od Jesus (Published in Faith and Philosophy 2011. Volume 28, Issue 2, April 2011. Stephen Law. Pages 129-151)

Die Evidenz für einen historischen Jesus aus der Sicht eines Philosophen: "... given the large proportion of uncorroborated miracle claims made about Jesus in the New Testament documents, we should, in the absence of independent evidence for an historical Jesus, remain sceptical about his existence."


Christ sein, die zweite -
 Küng und sein Jesus


3. April 2012  Eigentlich ein Etikettenschwindel. Das neue Jesus-Buch von Hans Küng ist kurz gesagt nur eine entschlackte Fassung des schon 1974 erschienen Bestsellers „Christ sein“. Vielleicht rechnet der Verlag damit, dass die in die Jahre gekommenen Leser von damals inzwischen vergessen haben, was sie vor ca. 40 Jahren lasen. Wie man der SPIEGEL-Bestsellerliste entnehmen kann, scheint das Konzept - mit Gottschalks Hilfe  - sogar aufzugehen.

Küngs Anliegen besteht unverändert fort: Der historische Jesus, so wie er ihn sich in seiner Fantasie vorstellt (jeder Theologe stellt sich ihn bekanntlich anders vor), soll als Modell des Menschseins herhalten und den dogmatischen bzw. kerygmatischen Jesus ersetzen. Hans Küng gehört zu denen, die immer noch nicht gemerkt haben, dass es kaum einen Satz in den Evangelien gibt, der nicht kerygmatisch  ist. In dieser Hinsicht ist ihm der Papst haushoch überlegen, nur dass der alle kerygmatischen Aussagen auch noch für historisch hält. Doch ist das nur eine lässliche Sünde wider die historische Vernunft und keine wider den Heiligen Geist wie bei Hans Küng. Zudem hat Küng nicht mitbekommen, dass die Zeit weitergegangen ist und mit dem historischen Jesus inzwischen kein Staat bzw. keine Kirche mehr zu machen ist. Eine neue Form der christlichen Spiritualität ist angesagt (siehe die Osterausgabe der ZEIT) – und das ist auch gut so. In Abwandlung eines bekannten Spruchs von Gustav Mahler könnte man sagen: „Religion ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Der „historische Jesus“ ist Asche - wahrscheinlich noch nicht einmal das. Beschäftigen wir uns lieber mit dem Feuer. Beschäftigen wir uns wieder mit dem kerymatischen Jesus, statt weiter Asche anzubeten. Frohe Ostern! 

Hermann Detering

Hans Küng, Jesus, Piper 2012.


Interview 30 Sep 2011 - 11:29 Nr. 12044

Neue Zweifel an der historischen Existenz Jesu

(hpd) Jesus von Nazaret gilt heute auch selbst vielen Atheisten als historisch belegte Person. Hermann Detering, promovierter Theologe und Pfarrer im Ruhestand, hingegen ist nicht dieser Auffassung. In seinem neuen Buch „Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand“ zeigt er, dass auf die als Belege für die Existenz Jesu herangezogenen antiken Quellen kein Verlass ist.


Sehr geehrter Herr Detering, hat Jesus wirklich gelebt? Die meisten Theologen halten die historische Existenz von Jesus von Nazaret durch biblische wie außerbiblische Zeugnisse hinreichend belegt. Sie sind anderer Meinung?

Man sollte sich durch so viel Einmütigkeit nicht einschüchtern lassen. Für mich galt und gilt immer der Satz Bertrand Russells, dass dort besondere Vorsicht angebracht ist, wo sich alle Experten
einig sind...          Weiter                   
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Jetzt erschienen:

Hermann Detering: Falsche Zeugen  
- außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
Alibri-Verlag  2011

Hat Jesus wirklich gelebt? Nach Ansicht der meisten Theologen und Historiker ist die geschichtliche Existenz Jesu von Nazaret nicht nur durch christliche, sondern auch durch außerchristliche Quellen klar bezeugt. Als „Kronzeugen“ gelten vor allem die antiken Historiker Josephus, Tacitus, Sueton sowie der römische Literat und Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere.
Moderne Untersuchungsmethoden lassen die Ursprünge des Christentums in einem neuen Licht erscheinen. Stammt das Testimonium Flavianum, in dem vom „weisen Mann“ Jesus die Rede ist, tatsächlich aus der Feder des Josephus? Hat es die neronische Christenverfolgung wirklich gegeben? Handelt es sich beim „Chrestus“ des Sueton um Jesus? Wie authentisch sind die „Christenbriefe“ des jüngeren Plinius?
Es zeigt sich, dass die angeblichen „Jesuszeugnisse“ weder einen historischen Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bezeugen können. Die negativen historischen Resultate werfen die Frage nach der Bedeutung der Geschichte für den christlichen Glauben auf.

Aus dem Inhalt

Christliche Interpolationen bei Flavius Josephus * Tacitus: Der Brand Roms und die „neronische Christenverfolgung“ * Plinius der Jüngere – Christenverfolgung in Bithynien * Leben und Werk des jüngeren Plinius * Sueton: Christus in Rom - Sueton und seine Biographien römischer Kaiser * Mara bar Serapion: der „weise König“ * Thallus: Ein Hinweis auf die Passionsgeschichte? * Das Schweigen nichtchristlicher Quellen

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Inhaltsverzeichnis

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Rezension auf herrenzimmer.de: Die Ochs- und Eselwochen


Mara bar Serapion und Arnobius

Erst vor wenigen Wochen entdeckte ich bei Arnobius (4. Jh. n. Chr.) eine bisher noch ganz unberücksichtigte  Parallele zum Brief des Mara bar Serapion. Sie ist ein erneutes Indiz für die schon von Kathleen McVey aufgestellte These, dass der Brief des Mara bar Serapion erst aus dem vierten nachchristlichen Jahrhundert stammt.

Hier die Stelle bei Arnonius  sowie ein kurzer Kommentar.
 


Lieber Herr Dr. Detering,

Gratulation zu Ihrem großartigen Buch!
Mit von Seite zu Seite wachsendem Interesse habe ich Ihre tiefgründige Studie gelesen. Sie haben damit wieder ein Werk vorgelegt, das zumindest jeder Theologe zur Kenntnis nehmen sollte und das deshalb in keiner Uni-Bibliothek fehlen dürfte. Geschrieben vom Experten für Experten, aber auch so klar und verständlich verfasst, dass es darüber hinaus auch für historisch interessierte Laien von großem Interesse sein dürfte...  weiterlesen


 

Adieu, Plinius!

9. Juni 2011 - Gute 35 Jahre ist das nun her, als ich die beiden sogenannten „Christenbriefe des Plinius“ (Buch 10, ep. 96 und ep. 97) zum ersten Mal las. Ich saß damals zusammen mit anderen Theologiestudenten in einem neutestamentlichen Seminar, dessen Thema ich inzwischen vergessen habe. Nur an den Novemberregen, der an diesem ungemütlichen Spätnachmittag gegen die Scheiben prasselte, erinnere ich mich und natürlich an den Seminarleiter, Professor Walter Schmithals, der mit uns den lateinischen Text der Briefe las und freundlicherweise auch gleich noch für seine Studenten übersetzte. Nicht, dass wir das nicht gekonnt hätten. Aber das war so seine Art. Vielleicht befürchtete er, jemanden in Verlegenheit zu bringen. Vielleicht wollte er sich auch einfach die Lesung selber vorbehalten. Seine Vortragsweise – immer ein wenig feierlich und gravitätisch – machte auch den schläfrigsten Studenten klar, dass wir es mit einem bedeutsamen historischen Dokument zu tun hatten. Eine der frühesten Bezeugungen des Christentums vom Anfang des zweiten Jahrhunderts! Nicht aus der Feder eines Christen, sondern des römischen Statthalters in Bithynien, Plinius des Jüngeren (61/62- ca. 113/115 n. Chr.)! ...                   Weiterlesen


Radikalkritik und die Sehnsucht nach "mehr" - ein Email-Wechsel


[Betr.: An den Seelsorger] Lieber Herr Pfarrer,
Wie lebt man mit der Sehnsucht nach Gottes Gegenwart, mit dem Drang nach „mehr,“ nachdem man Ihre Webseite, Bob Price’s Bücher, Earl Doherty’s und Harald Specht’s Jesus (letzteres auf Ihre Empfehlung hin), Randel Helms’ Gospel Fictions, etc., etc., u.s.w. gelesen hat? Auch wenn die Evangelien „the supreme fiction of our times“ sind, sind sie nicht doch ein guter blueprint für ein Leben? Ich habe meine Vertäuung verloren. Ich hielt mich immer für einen abendländischen Katholiken (nicht römisch!), der Kultur und Tradition zugetan und der historischen Grundlagen sicher. Jetzt bin ich verunsichert. Habe ich etwas mißverstanden? Etwas übersehen? Wohin mit Jesus?
Etwas haltlos, WP


Lieber Herr P.,
es handelt sich zweifellos um ein Missverständnis. Denn es ist keineswegs so, dass mir die „Sehnsucht nach Gottes Gegenwart“, der „Drang nach ‚mehr’“, von dem Sie schreiben, ganz unbekannt wäre. Ich hätte sonst nicht Theologie studiert und wäre auch nicht Pfarrer geworden. Natürlich geht es mir nicht darum, irgendjemandem den „Glauben zu nehmen“, schon gar nicht den „Drang nach 'mehr'“ irgendwie zu behindern, im Gegenteil.
Falls diese Webseite an einem solchen Missverständnis schuldig sein sollte, muss ich zu meiner Rechtfertigung allerdings bemerken,...

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Prof. Mark Goodacre und die Jesus-Mythicists

 

2.2. 2011   Von Hermann Detering -  In seinem NT-Pod vom 9. Januar 2011 spricht Prof. Mark Goodacre (Duke University) in einem13-minütigen Beitrag über die Frage "Did Jesus exist?" Er nimmt darin vor allem auf die in England/USA erschienenen  Publikationen von  G.A. Wells (der in Goodacre's Beitrag im O-Ton zu hören ist!) und Freke-Gandy's "Jesus Mysteries" Bezug.  Goodacre's Haupteinwand gegen die "Mythicists": Sie würden das Kind mit dem Bade ausschütten. Es gehe nicht an, die Gestalt Jesu wegen der vielen mythologischen Züge in den Evangelien für unhistorisch zu erklären. Für den Historiker der Antike sei es ein bekanntes Phänomen, dass  Personen wie Jesus "nur in der Erinnerung derer überlebten, die darüber sprechen"; im speziellen Falle sei die Erinnerung an Jesus nach der Auferstehung durch mythische Elemente angereichert worden, mit anderen Worten: Der Mythos habe die Geschichte vom Menschen Jesus  aufgesogen bzw. "kontaminiert".  Weiter


 


"Eine Art Metamorphose des Menschlichen"

„Der Historische Jesus“ von Gerd Theißen und Annette Merz

Von Hermann Detering, Berlin 2010

Seit seinem Erscheinen 1996/97 hat sich das vom Neutestamentler Gerd Theißen zusammen mit Annette Merz verfasste Buch über den „Historischen Jesus“ in Deutschland schnell zum Klassiker entwickelt. Trotz einer gewissen Sperrigkeit des als Studienbuch konzipierten, mehr als 400 Seiten umfassenden Wälzers sind die Thesen des Buches offenbar eingängig. Tatsächlich spiegelt sich darin nicht nur die Position der Autoren, sondern die Summe der Auffassungen heutiger Theologen, Pfarrer, Kirchenbesucher und Verfasser von Wikipedia-Artikeln wider. Wenn zukünftige Generationen einmal wissen wollen, welches Jesusbild den bundesrepublikanischen Protestantismus um die Jahrtausendwende prägte, werden sie nicht am „Historischen Jesus“ vorbeikommen...       

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NEUE BÜCHER:

G.A. van den Bergh van Eysinga:
Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?

 

 


Hat Jesus gelebt? - Die Frage wird vom niederländischen Neutestamentler Gustaaf A. van den Bergh van Eysinga in verschiedenen Einzelstudien wissenschaftlich kompetent und ohne jede Sensationshascherei untersucht. Sein Ergebnis: Jesus war ursprünglich keine historische Gestalt, sondern die symbolische Darstellung verschiedener religiöser und philosophischer Ideen der Antike. Der kirchliche Jesus ist das Resultat eines komplizierten Historisierungsprozesses. Für den modernen Menschen kommt es darauf an, religiöse und geschichtliche Wahrheit auseinanderzuhalten und wieder den ursprünglichen Gleichnischarakter der Christusgestalt zu entdecken.

Der Band versammelt 5 frühchristliche Studien des holländischen Radikalkritikers.

 

Inhalt:
Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?
Hercules – Christus
Historisierter Mythos
Jesus Christus als Logos
Die Entstehung der katholischen Kirche

 

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Klassischer Philologe aus Österreich bezweifelt die Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Paulusbriefe

 

Dr. Günther Schwab machte mich auf seine jüngst erschienene Dissertation, eine zweibändige Echtheitsuntersuchung der Paulusbriefe, darunter auch der bisher als echt betrachteten Briefe Phlm, Gal, Phil, 1 Thess, aufmerksam. Das Beweisziel klingt vielversprechend. Leider war es mir bisher noch nicht möglich, mich näher mit dem Werk zu beschäftigen. Bei der Echtheitskritik des Galaterbriefs scheint, wie aus dem Inhaltsverzeichnis hervorgeht,  vor allem die schon von Bruno Bauer beobachtete Abhängigkeit von der Apostelgeschichte von großer Bedeutung zu sein.

Das Beweisziel: "Als Beitrag zur Erstellung einer philologisch-historisch nachvollziehbaren echtheitskritischen Beurteilung des Corpus Paulinum und Korrektiv einer in der Literatur zu den sogenannten Protopaulinen deutlich wahrnehmbaren einseitigen Favorisierung der Echtheitsmöglichkeit weisen diese Studien nach, dass die bisherigen Echtheitsurteile über vier der sieben „Protopaulinen“ — Philemonbrief (Phm), Philipperbrief (Phil), Galaterbrief (Gal) und erster Thessalonikerbrief (1Thess) — unter Ausblendung echtheitskritisch beachtenswerter Merkmale dieser Texte zustande gekommen sind. Es wäre kein Zeichen von Parteilichkeit oder irgendeiner anderen wissenschaftlichen Untugend, würde die etablierte Paulusforschung die Möglichkeit, dass Phm, Phl, Gal und 1Thess fiktive, nicht von Paulus stammende Briefe sind, ernster als bisher nehmen und die Echtheitsfrage für jeden einzelnen „protopaulinischen“ Text neu aufrollen."
 

Aus dem Geleitwort von Prof. Wolfgang Speyer

Da der Kanon des Neuen Testamentes Quelle des christlichen Glaubens ist, waren und sind die Theologen bei der Kritik der Verfasserschaft, als die die Kirche letztlich den Heiligen Geist annimmt, weit zurückhaltender als gegenüber den ‚Apokryphen‘. Im letzten halben Jahrhundert nahmen aber immer mehr Bibelwissenschaftler zur Kenntnis, dass nicht nur die meisten Apostelschreiben unecht sind, sondern dass auch das Corpus Paulinum pseudepigraphische Briefe in einem größeren Maße enthält. So zogen sie sich schließlich auf die Festung von sieben unbezweifelbaren Briefen des Apostels Paulus zurück.

Von diesen Voraussetzungen aus konnte Dr. Günther Schwab, der bereits Aufsätze zu Sophokles und Sallust veröffentlicht hat, die große Aufgabe auf sich nehmen, das, was die neutestamentliche Wissenschaft bisher unterlassen hat, nachzuholen, nämlich die Gesichtspunkte zusammenzutragen, die gegen die Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Briefe des Paulus sprechen: an Philemon, die Galater, die Philipper und an die Thessaloniker (1 Thess). Von den geplanten Bänden, die diese und die übrigen ‚echten‘ Briefe sprachlich-stilistisch und inhaltlich untersuchen sollen, liegt hiermit der erste vor.

Der Verfasser analysiert in der weit gespannten Einführung die Möglichkeiten der Echtheitskritik auf der Grundlage der philologisch-historischen Methode, wobei er auch die Vorgangsweisen der heutigen Kriminalistik mitberücksichtigt. So erhalten wir einen ersten kritischen Überblick über die bisherige Geschichte und den Inhalt der Echtheitskritik im Blick auf das Corpus Paulinum und auf dessen Rezeption im 2. Jahrhundert. Dabei sind die Stimmen der Bibelwissenschaftler des 19. Jahrhunderts ebenso präsent wie die des 20. und des 21. Jahrhunderts.

Mit Hilfe der Möglichkeiten, die der Computer bietet, gibt der Verfasser im Hauptteil einen feinteiligen Sprach- und Stilvergleich zwischen den vier genannten Paulusbriefen und den übrigen Paulusbriefen sowie der Apostelgeschichte. Das Ergebnis dieser Untersuchungen zeigt, dass für die Annahme der Unechtheit mehr spricht, als bislang registriert worden ist. Dem üblichen Echtheitsurteil stehen beachtenswerte Indizienreihen entgegen.

Für den Mut und den Anstoß, die Paulus-Frage neu zu durchdenken, gebührt dem Verfasser der Dank der Mitforschenden.
 


STUDIES ON THE AUTHENTICITY OF THE FOUR MINOR PAULINE EPISTLES. Volume 1, half-volumes A and B.

As a contribution to a philologically-historically comprehensible assessment of the authenticity of the Pauline corpus and as corrective to the one-sided preference for the possibility of authenticity – a preference clearly visible in the research literature on the so-called proto-Pauline epistles – these studies demonstrate that the current judgments on the authenticity of four of the seven “proto-Pauline” writings – Philemon (Phm), Philippians (Php), Galatians (Gal) and First Thessalonians (1 Thess) – have been achieved by disregarding many features of these texts relevant for judging the probability of authenticity. It would not be a sign of bias or of any other scientific vice, if the mainstream of Pauline researchers took the possibility more seriously than up to now that Phm, Php, Gal and 1Thess are fictional letters originating not from the apostle Paul, and would be willing to reconsider the question of authenticity for every single “proto-Pauline” text.
 

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Jesus mit Fragezeichen

Das Jesus-Buch von Harald Specht

Jesusbücher gibt es viele, vielleicht zu viele. Ein Jesusbuch mit einem Fragezeichen war bisher noch nicht darunter. Nun ist es erschienen. Es heißt schlicht „Jesus?“, stammt aus der Feder von Harald Specht und hat den Untertitel: „Tatsachen und Erfindungen“.
Das Fragezeichen gibt die Richtung vor. Der Autor bemüht sich um Antwort auf Fragen wie z.B.: Hat Jesus wirklich gelebt? War er ein Mensch aus Fleisch und Blut? Oder ist er nur ein Phantom, die Erfindung einer frühchristlichen Sekte? Warum weist die Bibel zahlreiche Ungereimtheiten auf, wenn es um Jesu Herkunft, Geburt und Familie geht? Weshalb agierten die ersten christlichen Gemeinden im Geheimen? Was hat es mit dem rätselhaften Stern zu Bethlehem auf sich und wieso beteten noch im Mittelalter Christen vor dem Petersdom zu Rom die Sonne an? Und was haben Christus und Weihnachten mit der Wintersonnenwende zu tun? usw.
      Die Antworten, dies sei vorweg gesagt, fallen anders aus, als es die heutigen Leser von Papst Benedikt XVI., Klaus Berger und Paul Verhoeven gewöhnt sein mögen: nachdenklicher, skeptischer, kritischer, mit einem Wort radikalkritischer. Bei der Alternative „Tatsachen oder Erfindungen“, „Fakten oder Fiktionen“ entscheidet sich der Autor in fast allen Fällen zugunsten der letzteren. Nicht aus Prinzip, sondern mit Argumenten, alten und neuen, stärkeren und schwächeren.
      Den christlichen Quellen ist ein Abschnitt gewidmet („Jesus im Neuen Testament – irgendetwas stimmt hier nicht“) ebenso wie den nichtchristlichen: Josephus, Sueton, Tacitus und Plinius. Weil geschichtliche Vergewisserung hier nimmermehr zu finden ist, bleibt für den Verfasser „nichts, was wir noch zu glauben hätten.“ Doch ist es überhaupt vorstellbar, dass wir es bei der Gestalt Jesu mit einer Fiktion zu tun haben? Kapitel 5, die „Erfindung Jesu“, entwirft Szenarien, wie es hätte sein können und wie aus einem Mythos Geschichte werden konnte.
Der Verfasser beschließt sein Buch mit sieben Thesen. Das Buch, das mit dem Motto „De omnibus dubitandum“ begann, endet, wen wundert’s, mit der Feststellung, dass Jesus lebt, aber nie gelebt hat. Eine schlechte Botschaft nur für die, die ihren christlichen Glauben mit dem Fürwahrhalten historischer Tatbestände verwechselten.
      Der Autor hat das Buch verfasst, weil er kein aktuelles deutschsprachiges Buch fand, das die historische Suche nach Jesus als Überblick für den Nichtexperten zusammenfasst. Die Lücke zu füllen, ist ihm voll und ganz gelungen. So ein Buch hat es seit langem im deutschprachigen Raum nicht gegeben. Eine spannende Tour durch die Geschichte der Leben-Jesu-Foschung – mit besonderem Schwerpunkt auf deren weithin vergessenem radikalkritischen Flügel, den „Zweiflern und Leugnern“ – glänzend geschrieben und trotz seiner gut 600 Seiten (654 mit Anmerkungen) sehr kurzweilig. Das richtige Buch für den Weihnachtsgabentisch für alle, die es schon immer etwas genauer wissen wollen und sich nicht mit frommen Sprüchen abspeisen lassen.

Dr. Harald Specht ist deutscher Wissenschaftler und Autor. Neben mehr als 70 wissenschaftlichen Publikationen sowie zahlreichen Drehbüchern und Filmkommentaren verfasste er auch mehrere Sachbücher und Romane.

Harald Specht:  Jesus? Tatsachen und Erfindungen, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010 (19,90€) .       amazon      libri 


The Prolegomena of Jean Hardouin - translated by Edwin Johnson

New Edition by Dr. Hermann Detering

 Juli 2010

“It is my intention, with the assistance of God, as long as He grants me life, to show that all  writings which are commonly thought to be old, are in fact, with certain exceptions to be presently named, supposititious, and the fabrication of an unprincipled crew of literary men … What matters it, I pray you, that no one before my time has said what I have just said … ”
                 (Hardouin, Prolegomena)

***

In his famous “Prolegomena” the Jesuit Jean Hardouin (1646-1729) developed the thesis that the greater part of Classical literature, along with most Christian patristic literature, had been fabricated by a crew of forgers in the thirteenth and fourteenth centuries.

New: Kindle-Edition (11,99 €)

 

English translation by Edwin Johnson, M.A. First published 1909.
New Edition (2010) by Dr. Hermann Detering, Berlin.

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"Antiqua Mater" erstmals in deutscher Übersetzung

Juni 2010 - Die Welt des frühen Christentums = ein historisch unbezeugtes „Metaversum“ – Jesus und die Apostel = pseudo-historische Gründergestalten der Kirche des 2. Jahrhunderts.  So etwa lauten die bahnbrechenden Thesen des Historikers Edwin Johnson (1842-1901). Trotz seiner Bedeutung geriet das erstmals 1887 anonym erschienene Buch bald wieder in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren ist das Werk aus der „Bibliothek der vergessenen Bücher“ wiederentdeckt worden. Durch die in den angelsächsischen Ländern aufgeflammte Debatte über die Existenz des „Historischen Jesus“ (G.A. Wells, T. Freke/P. Gandy, Earl Doherty, R. J. Hoffmann, Robert M. Price) haben Johnsons Thesen neue Aktualität bekommen. Inzwischen ist sein Werk ein Geheimtipp unter Chronologie- und Radikalkritikern. Bei der vorliegenden Übertragung von Frans-Joris Fabri handelt es sich um die erste deutsche Übersetzung des Buches. Eingeleitet wird sie mit einem Vorwort von Hermann Detering.

Neu: Kindle-Edition (15,99 €)


„Es gehört eine tiefe Kenntnis der Probleme … dazu, um diese Versuche …
nicht einfach als absurd bei Seite zu schieben.“
Adolf von Harnack

Antiqua Mater is the result of a keen-eyed and innovative scholar actually managing to set aside all the ingrained preconceptions and conventional assumptions, and to take a genuinely fresh look at too-familiar data. As you read it, you will find yourself held accountable for every agreement and disagreement with the author. How tragic! Not to be able to take anything for granted anymore!
Prof. Robert M. Price, Verfasser von „Deconstructing Jesus“

Ein Klassiker der historischen Kritik … würdig, neben den Werken von Reimarus, David Friedrich Strauß, F.C. Baur und Bruno Bauer genannt zu werden
Dr. Hermann Detering
 


Zu den auf dieser Website verwendeten Fonts

* BWHEBB, BWHEBL [Hebrew]; BWGRKL, BWGRKN, and BWGRKI [Greek] Postscript Type 1 and TrueType fonts Copyright 1994-1999 BibleWorks, LLC. All rights reserved. These Biblical Greek and Hebrew fonts are used with permission and are from BibleWorks for Windows, the premier exegetical and research. Bible software system. http://www.bibleworks.com.


© 2000-2012 Hermann Detering


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World Wide Web
http://radikalkritik.de


Inhalt

3. 4. 2012 Christ sein, die zweite -
 Küng und sein Jesus neu

(hpd) Interview 30 Sep 2011 - 
Neue Zweifel an der historischen Existenz Jesu

Adieu, Plinius!

7. 11. 2011 Mara bar Serapion und Arnobius

25. 10.2011 Falsche Zeugen - Ein Leserbrief

伪造的保罗与中国何干?
21. Juli 2011 Der Gefälschte Paulus - und China. Ein Gespräch mit Zhiping Jia.

2./3. April 2011 Biblioblogger beweisen: Frühchristliche Blei-"Ringbücher" sind simple Fälschungen

18. März 2011 Radikalkritik und die Sehnsucht nach "mehr" - ein Email-Wechsel

2. Februar 2011
Prof. Mark Goodacre und die Jesus-Mythicists

"Eine Art Metamorphose des Menschlichen" - „Der Historische Jesus“ von Gerd Theißen und Annette Merz

Buchanzeigen:

Jetzt erschienen: Hermann Detering: Falsche Zeugen  - außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
Alibri-Verlag 2011

Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt? - jetzt als Buch

Klassischer Philologe bezweifelt Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Paulusbriefe

Jesus mit Fragezeichen
Das Jesus-Buch von Harald Specht

The Prolegomena of Jean Hardouin - translated by Edwin Johnson - New Edition by Dr. Hermann Detering

"Antiqua Mater" erstmals in deutscher Übersetzung
 


Link-Tip

(die Website enthält Texte
von Georges Ory)

 Mythicist Papers
Resources for the
study of Christian origins
Compiled by René Salm


Man trägt wieder Radikalkritik

Posted by John.F. Felix. Thanks!


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"Hermann Detering once
 again proves himself the most keenly insightful New Testament scholar of this generation,
worthy to stand among the neglected giants of the radical criticism whose work
he has brought to light to stir today's Bible students
from their deep
dogmatic slumbers.
My own debt to his work is profound."
Prof. Robert. M. Price

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Neu: Kindle-Version
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 Hermann Detering:
Der Gefälschte Paulus.
Das Urchristentum im Zwielicht.
[Kindle Edition] 2012

...die protestantische Skandalerscheinung des letzten Jahres - Roger Thiede, FOCUS

Kuckucksei - Der Wahnsinn hat Methode - Prof. Eta Linnemann

Auf F. C. Baur folgte ein Bruno Bauer und auf Rudolf Bultmann ein Herbert Braun. Man könnte hinzufügen: auf Schmithals ein Detering  - Prof. M. Hengel

Detering ist kein Sensationsjournalist vom Kaliber des unseligen Tandems Baigent/Leigh. Seine Thesen verdienen eine ernsthafte Auseinandersetzung - Pfr. Fritz Gloor, Reformiertes Forum


Hardouins Prolegomena 

Soeben erschienen (März 2012)
(11,99 €)


New Testament scholar Robert M. Price, one of America's leading authorities on the Bible, here summarizes much of the scholarship that has led him and a growing number of modern scholars to conclude that Christ -- a partial synonym for Jesus of Nazareth -- is mythical. Most usefully, Price has assembled evidence that shows that almost the entire "biography of Jesus" has been created from Greek Old Testament stories and themes and even incorporates motifs from Homer, Euripides, and perhaps Aesop. Because readers will have a hard time "taking it on faith" that the Jesus biography is merely a reworking of previous material, broad swaths of "Old Testament" context are quoted in association with each New Testament equivalent, so readers can judge for themselves whether or not Dr. Price's claim be true: the "Live of Christ" was not fulfillment of Old Testament prophecies; it was, rather, a conscious reworking of earlier literature.



Zitat:


 


 

Der Jungfrauen-Sohn, der Auferstandene und gen Himmel Gefahrene ist als historische Persönlichkeit genau so unvorstellbar, wie der johanneische Christus.

 

Albert Kalthoff

 

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