Wie das Abendland christlich wurde

Harald Specht: Das Erbe des Heidentums – Antike Quellen des christlichen Abendlands. – Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg 2015

Mit seinem Buch „Erbe des Heidentums“ hat der durch eine Reihe kulturgeschichtlicher Sachbücher bekannt gewordene Autor Harald Specht aus Köthen sein Summum opus vorgelegt. Diesmal geht es um Europas geistesgeschichtliche Wurzeln. Auf 700 Seiten erwartet den Leser eine Tour de Force durch die Kultur- und Religionsgeschichte des Abendlandes. Der Inhalt des Buches berührt sich teilweise mit der Thematik vorangegangener Werke. Die Ausführungen über die ägyptische Religion basieren auf Spechts Isis-Buch: „Von Isis zu Jesus – 5000 Jahre Mythos und Macht“ aus dem Jahre 2004 (Neuauflage 2010). Der Inhalt der Kapitel über das frühe Christentum überschneidet sich mit „Jesus? Tatsachen und Erfindungen“ (2010). Bei seiner Beschäftigung mit der antiken Zahlensymbolik konnte der Autor auf die Ergebnisse seines Buches „Der Jahwe-Code – Auf den Spuren der heiligen Zahl“ zurückgreifen.

Und doch ist etwas Neues, eine Synthese entstanden. Die verschiedenen Fäden  werden aufgenommen, miteinander verknüpft und zu einem bunten Teppich verwoben. Dem Sprachgebrauch des Autors folgend müsste allerdings eher von Puzzlesteinen gesprochen werden. Diese werden Stück für Stück, Kapitel  für Kapitel zu einer Art Gesamtschau der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte zusammengefügt. Angesichts der überwältigenden Materialfülle sicherlich keine leichte Aufgabe. Und doch braucht dem besorgten Leser, der fürchtet, er könne darob den Überblick verlieren, nicht bange zu sein. Der Autor schickt ihn keineswegs ins „Brachland tausender Fakten“ (14). Die Ergebnisse seiner Arbeit  sind wohlsortiert und werden in übersichtlicher Form kommentiert und aufbereitet. In 12 Kapiteln werden die einzelnen Puzzlesteine zum „Bild einer neuen Welt“ zusammengefügt.

Das älteste Eckstück des Puzzles hat mit der „heiligen Geometrie“ zu tun; das Kapitel beginnt  sachgemäß im babylonischen Chaldäa. Bei dem nächsten Puzzlestein geht es um Gestirne und Gestirngötter und um die Erfindung Gottes als Naturprinzip. Das mit „Prophezeiung einer neuen Welt“ überschriebene Kapitel widmet sich der antiken Lehre von den Weltzeitaltern. In Kapitel 5 holt der Autor seinen Leser mit der Beschreibung einer Bildungsreise nach Mailand wieder in die Gegenwart zurück. Nach einem kurzen Resümee folgt ein Kapitel über die „Neuen Götter in Rom“.

Rein formal steht das Kapitel als 6. im Zentrum des 12 Kapitel umfassenden Buches. Er bildet aber auch dessen innere Mitte, da die in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen älteren geistesgeschichtlichen Strömungen hier, d.h. an der Wiege des Christentums, zusammenfließen. Gleichzeitig trennen diese sich wieder in der Weise, dass jene Geistesströmungen, die nicht von dieser absorbiert werden, von nun an unterirdisch weiterlaufen. Keine Frage, dass der mit Geometrie und Winkelmaß vertraute Autor dieses Kapitel mit Bedacht in das Zentrum seines Buches gestellt hat.

Kapitel 7 schließt sich fugenlos an und beschreibt den Weg von den geheimen christlichen „Elitezirkeln“ hin zur Staatsreligion. Kapitel 8 geht den Spuren  des vom Christentum verdrängten antiken Wissens- und Weisheitsstroms nach, der von nun an unterirdisch weiterfließt – oder aber (so das Thema des 9 Kapitels) im neuen christlichen Gewand weiter fortlebt. Das Letztere wird anschaulich an der Gestalt der christlichen „Gottesmutter“ dargestellt. Es folgen zwei Kapitel über die mehrheitlich gnostischen Rebellen in Kirche Kultur und Kunst und über das Fortleben neuheidnischer Geheimsymbole und Metaphern in okkulten, hermetischen Zirkeln und Gemeinschaften. Am Ende kann der Autor dem Leser das Bild einer aus  den geistesgeschichtlichen Wehen der Vergangenheit hervorgegangenen „neuen Welt“ präsentieren.

Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich um ein äußerst materialreiches Werk mit geradezu enzyklopädischem Charakter. Denn man darf nicht vergessen, dass die Puzzlesteine wiederum aus kleineren Einheiten zusammengesetzt sind, die ihrerseits aus noch kleineren Einheiten bestehen. Hier nicht den Überblick verloren zu haben, darf als eine besondere Leistung des Verfassers vermerkt werden.

Von besonderem Interesse ist die Darstellung der frühchristlichen Geschichte, wozu auch jene  Passagen und Kapitel gehören, die sich mit den Nahtstellen beschäftigen, an denen sich die Wandlung des heidnischen Erbes in das Christliche vollzieht. Wo hört Heidnisches auf, wo fängt Christliches an? Und wie verhalten sich Christentum und antike Religion zueinander?

Am Beispiel der christlichen Mariengestalt zeigt der Autor, dass der synkretistische Prozess der Übertragung und Verschmelzung verschiedener Glaubensinhalte keineswegs nur für die “heidnischen“ Religionen galt, sondern selbstverständlich auch das Christentum  einbezog. Wie einst die zur Großgöttin avancierte „zehntausendnamige“  Isis, die sie beerbte, hat Maria  die besten Eigenschaften ihrer Vorgängerinnen und Schwestern in sich aufgesogen und zu einer imponierenden und verehrungswürdigen Gestalt vereinigt. Wie schon Isis wird auch Maria als „Gottesmutter“ bezeichnet. Wie Isis und deren ephesinische Kollegin Artemis wurde Maria  als „Theotokos“ oder als „Himmelskönigin“ angerufen. Wie Isis und die aus dem Meerschaum geborene Aphrodite ist Maria als Stella Maris („Meerstern, dich ich grüße“)  in besonderer Weise die Schutzpatronin der Seefahrer. Wie Isis und wie einst Aphrodite war sie Hüterin der Ehen und Beschützerin der Jungvermählten usw. usw. Kurz, der Parallelen zwischen Maria und Isis sind so viele, die Ähnlichkeiten so stark, dass es schwer fällt, noch zwischen den beiden Göttinnen zu unterscheiden. Einzig die erotischen Motive blieben bei dem Überragungsprozess ausgespart.

Die Methode, derer sich die Kirche in der Auseinandersetzung mit den heidnischen Vorgänger-Religionen und deren Inhalten bediente, wird von Specht treffend beschrieben: „Anstelle der Argumentation trat die Verfälschung und statt der Entgegnung entschied man sich für die Einverleibung“ (405).  Diese doppelte Methode aus Diffamierung und Einverleibung (die inzwischen, wie es scheint,  auch in unserem heutigen Politikbetrieb angekommen ist) wurde bei der Bekämpfung sogenannter Häretiker und Ketzer ebenfalls angewendet und hat sich nun schon über Jahrhunderte bewährt.

Der Zusammenhang der verschiedenen thematischen Blöcke wird durch eine Rahmenerzählung hergestellt, durch die zugleich die Statik der einzelnen Teile aufgelockert und in Bewegung gebracht wird.  Konkret geht es dabei um die Interpretation des Bildes „Et in Arcadia ego“ des Malers Nicolas Poussin. Hier knüpft der Autor wiederum an Probleme an, die sich schon in seinem Buch über die „Geheimnisse großer Gemälde“ (mit dem Titel „Liebe, Laster Leidenschaft“) behandelt wurden; u.a. geht es um die Fragen: „Welche Bedeutung spielte Poussins Symbol der Jungfrau? Warum wird auf Arkadien Bezug genommen? Gab es wirklich  eine geheime Botschaft in Poussins Gemälde?“ oder „Was war die Ursache für den deutlichen Bezug zur pentagonalen Geometrie“ (die der Autor im Bild feststellen zu können glaubt)?

In „Das Erbe des Heidentums“ werden diese Fragestellungen zum Ausgangspunkt einer Entdeckungsreise durch die europäische Kultur- und Geistesgeschichte, deren Stationen sich in den jeweiligen Überschriften der oben beschriebenen Kapitel widerspiegeln. Ob es sich bei der Rahmenerzählung tatsächlich um den authentischen Ausgangspunkt des Buches handelt oder lediglich um ein fiktionales Narrativ, d.h. einen Regietrick des Autors, sei dahingestellt und ist auch unwichtig. Entscheidend ist, dass der Leser dadurch in einen Entdeckungsprozess hineingezogen wird, der ihn bei der Lektüre des Buches bis zum  Ende in seinen Bann zieht.  Dass er bis zum Ende „bei der Stange gehalten“ wird, verdankt sich nicht zuletzt der flüssigen Schreibweise und der besonderen Begabung des Autors, komplexe Sachverhalte ohne unsachgemäße Simplifizierung allgemeinverständlich darzustellen. Zusätzlich gewinnt das etwas sperrig anmutende ziegelsteingroße Buch auch dadurch an Lesbarkeit, dass immer wieder Reflexionen oder biographische Einschübe in die Darstellung eingeflochten werden, wie z.B. der schon oben erwähnte Bericht über eine Bildungsreise nach Mailand.

Inhaltlich setzt sich Specht vor allem an zwei Punkten von der üblichen Mainstream-Geschichtsschreibung ab:

  1. setzt er bei der Beschreibung der christlichen Anfänge nicht bei einem übermenschlichen Wanderprediger des 1. Jahrhunderts an,
  2. versteht er die frühe Gnosis nicht als Gegenbewegung gegen das Christentum. Vielmehr ist das Christentum selbst aus der Auseinandersetzung mit den bestehenden philosophisch-religiösen Strömungen, der Gnosis und den Mysterienkulten hervorgegangen (282).

Dieses Konzept ist mir aus meiner eigenen Arbeit seit Langem vertraut, und daher wird es niemand erstaunen, wenn ich der Grundidee des Buches, eine in sich schlüssige  Entstehungsgeschichte des frühen Christentums als ein ideengeschichtliches Panorama ganz ohne den Mann aus Nazaret zu entwickeln,  an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Beifall zolle.  Aus eigener Erfahrung im Umgang mit „radikalkritischen“ Thesen weiß ich allerdings auch, dass viele der dafür vorgebrachten Argumente sich noch in einer Art Erprobungsphase befinden, ja, oftmals noch nicht einmal dies, weil die Wissenschaft sich bis heute beharrlich weigert, sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Dass die Paulusbriefe sämtlich unecht sind, entspricht selbstverständlich auch meiner Überzeugung; gleichwohl sollte ein kurzer Hinweis darauf, dass diese Auffassung vorerst noch keine Mehrheitsauffassung ist und daher vorläufig besser im Konjunktiv als im Indikativ stehen sollte, nicht fehlen. Ähnlich geht es mit dem von Frazer einst entworfenen Konzept der „sterbenden und auferstehenden Gottheiten“. Auch hier sollte angemerkt werde, dass dieses Konzept von Religionswissenschaftlern wie C. Colpe, J.Z. Smith und anderen inzwischen mit gewichtigen Argumenten bestritten wurde. Erst neuerdings wurde durch den schwedischen Alttestamentler Tryggve N. D. Mettinger  der Versuch einer Revision und Rehabilitierung Frazers gemacht.

Ein anderer kritischer Punkt betrifft die vom Verfasser getroffene Literaturauswahl. Nicht immer verfährt dieser dabei sehr wählerisch, oftmals werden dubiose Internetquellen oder wissenschaftliche Nonames zitiert, auch werden Sekundär-Quellen häufig etwas unkritisch aneinandergereiht. Alles in allem bietet der Autor zu viele „alternative“ Fakten. Der Christus-Name wird u.a. einmal ägyptisch (KRST), dann jüdisch (christos), dann marcionitisch  (chrêstos) erklärt. Welche Erklärung gilt? Oder gelten alle? Und wenn dies der Fall sein sollte, wie hängen sie zusammen? Argumente werden ja nicht durch Akkumulation besser, sondern durch kritische Sondierung, bei der die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Ein eher formales Problem betrifft die Fußnoten, die aufgrund des vom Verfasser benutzten  Textprogramms keine Seitenangaben enthalten, was die Auffindung der jeweiligen Zitate sehr erschwert.

All diese Bedenken schmälern jedoch keineswegs den außerordentlichen Eindruck, den das Buch auf mich gemacht hat. Wer eine alternative Darstellung der frühen christlichen Geschichte (aus radikalkritischer Perspektive) sucht, findet sie hier –in gut lesbarer, allgemeinverständlicher Form.

Für eine wünschenswerte Neuauflage  wäre dem Verfasser der besseren Übersicht halber dringend ein Register anzuraten. Und was den letzten Abschnitt betrifft, so mag man darüber streiten, ob der Hinweis auf John Lennon und seinen Song „Imagine“ ein würdiger und angemessener Ausklang des Buches ist. Meines Erachtens hätte der Autor es bei seinen Betrachtungen über die Europaflagge belassen sollen.  Sollen wir denn wirklich „imaginieren“, dass es besser keine Religion gegeben hätte – was immerhin auch bedeuten würde, dass keine so geistreichen Werke darüber geschrieben werden könnten wie das „Erbe des Heidentums“?!

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16 Kommentare

  1. I apologize for writing in English, my German is not up to par here.
    Again while I greatly appreciate Detering´s philological work, I think we must once and for all get rid of the mythicist straightjacket if we are to finally understand how christianity came to be what it is today. Robert Eisenman has taught us well that falsifying history of 1st-century palestine played at the very least as big a role as recourse to pagan myths in fabricating the jesus character.

  2. Hello everybody !!! My name is Aleth and I think I have solved the age-old diatribe about the historicity of jesus or rather the lack thereof, once and for all !!! So bear with me. It was reading La favola di cristo by the semianalphabet italian anarchist Luigi Cascioli in 2005 that awakened me from my dogmatic slumber of never questioning the historicity of jesus. Robert Eisenman´s James back in 1997/98 had brought me very close to the truth already, but the great zionazi master had such a knack for seeing all of the trees without ever seeing the forest, that even he fell short of seeing the obvious. And if Genius is the ability to see the obvious before anyone else, then I am just a smart dwarf perched atop the shoulders of a giant – the giant being Robert Eisenman. Pity that he is such a zionazi jew – but as a scholar, chapeau !!!

  3. Consider this my friends :

    06 Ottobre: Marc Restellini intervistato dalla rivista franco – tedesca ARTE Journal:
    Come si realizza un falso Modigliani?
    MR: „Il classico è il patchwork (collage): si prendono tre o quattro dipinti di Modigliani e prendendo un pezzo di uno e dell’altro si mischiano e si ottiene una falsificazione, cioè un falso, che riprende differenti elementi dei dipinti dell’artista.“
    A luglio scorso a Palazzo Ducale a Genova si chiude in catastrofe l’esposizione di Modigliani: un terzo della collezione, cioè 21 dipinti, sarebbero falsi.
    MR: „Quando un curatore fa un paio di errori.. perché no? Ma ritrovarsi con una quantità tale di falsi in un’esposizione ci si chiede il perché… Lo scopo è semplice: creare una legittimità a dipinti falsi esponendoli… Abbiamo questo famoso nudo [Céline Howard] del quale vediamo che è una riproduzione di diversi elementi esistenti. Prendete la esatta posizione della modella… prendete un cuscino di un quadro e lo ricomponete in un altro, venduto a 180 milioni, e poi avete un viso e prendete la testa di un altro …. e così realizzate un falso…“

    Source : http://www.modigliani1909.com/news.html

  4. Christianity is finished. It´s a wonder – but only in hindsight – that such a demented lie has lasted nearly 2000 years. But then again, was it goebbels who said, the bigger a lie and the more often the massmedia trumpet it, all the more shall the brainwashed masses buy into it. Many brilliant free thinkers have chipped away at the jesus lie especially over the past 300 years or so. All we need to do is finish off the demolition job. Listen up ! As for myself, my training as classical philologist notwithstanding, I believed in the historicity of jesus until the age of 42 !!! But I`ve
    always been a truth seeker – and the truth shall prevail.

  5. THE JESUS LIE by ALETH written in 2005, updated until now
    CHAPTER 1 . CON TEXT
    We shall use as our main reference text, the novum testamentum graece et latine by nestle-aland and collaborators, deutsche bibelgesellschaft, 5.druck 2005.
    First in line is the gospel attributed to an alleged matthew, alleged disciple of the alleged jesus. What a funny name. Matthew. Look at its greek form : MATHTHAIOS.
    Now try pronouncing 2 consecutive th´s !!! Stutter you will, spit and get stuck…
    In other words : such a name is absurd – there cannot possibly have existed a maththaios or maththew !!! Nestle-aland´s apparatus does feature a varia lectio MATTHAIOS – only slightly more plausible but still stuttering.

  6. And, since this alleged maththew is supposed to have been a jew, if we look up the ancient hebrew/aramaic language sphere, we find no exact match for maththaios : attested to are mattathias and matthias, but nothing quite like maththaios. A tongue-twister like maththaios did not exist at all in the hebrew/aramaic milieu it supposedly originated from. Which cannot help but lead us to suspecting that not only the name, but the very person that allegedly carried that name, never existed at all.

  7. The competing and mutually contradicting genealogies of jesus in matthew and luke
    were cooked up in order to assert a davidian descent for jesus. This was in response to the fact that first and second century zealots had indeed claimed a davidian descent for their leaders in the struggle against rome. Thus the davidian claim was anathema to roman ears. And since matthew and luke are pro-roman, it is clear that the terminus post quem for the composition of these delirious genealogies is the end of roman persecution of self-proclaimed descendants of david among the jews of palestine. Eusebius, following hegesippus, informs us that both vespasian and domitian rounded up and interrogated the descendants of david, including 2 grandchildren of judas – the real judas of history , the brother of james. These 2 grandchildren were rearrested and crucified by trajan. Therefore we can strongly argue here for a post-trajan-era composition of the genealogies of jesus in matthew and luke. Because between the age of vespasian and that of trajan ( 69 – 118 ) it would have been too dangerous to spread literature featuring the highly supect davidian descent for a jewish messiah. Matthew´s and luke´s genealogies were surely concocted after trajan, and even more likely, after the second jewish war – they coudl not possibly have circulated in the empire before 118 or even 135 ce – it would have gotten their authors crucified.

  8. And once the military side of the destruction of zealotism was over after the second jewish war, then part of the empire´s intelligentsia started falsifying history and writing up a genealogy for their pro-roman jesus that was indeed davidian, but featured individuals that would have sent real zealots into paroxysms of rage : such as not one but 2 whores !!! At matthew 1:3, judas has children with his own daughter-in-law thamar, who had prostituted herself to him unawares of judas ( (genesis 38,12 ff ). And at matthew 1:5 we encounter a second whore, rachab (see joshua 2:1-22 + 6:17-25).

  9. Anyway even this sarcastic parody of a davidian genealogy we find in matthew and luke is really only symbolic and spiritualized and de facto nullified, because since it was the holy spirit and not joseph who got mary with child, jesus the son of god was no carnal descendant of david after all. Adoptionist sonship patterned after the adoptive emperors of the time : nerva had adopted trajan as his son ; hadrian had claimed to have been adopted by trajan´s on the latter´s deathbed ; hadrian adopted antoninus pius, who in his own turn adopted marcus aurelius and lucius verus. And again i remind the reader that it was in the second century, after the extinction of the davidian family of judas james etc., that matthew´s genealogy was fabricated, most likely between the death of hadrian (138) and that of the last adoptive emperor marcus aurelius (180).

  10. At Matthew 1:15, towards the end of the boring genealogy, we do find one matthan as joseph´s grandfather. But even such a name form may not possibly be rendered into greek as maththaios. That is precisely why the gospel´s text at 1:15 leaves it unchanged in its (alleged) hebrew form, matthan. Had the gospel forger wanted to hellenize it, it would have become matthanos, not maththaios !
    At luke 3:24, this matthan becomes an even more delirious maththat, again with the unpronounceable double aspiration !!
    In the next line, 3:25, luke introduces yet another variant form, mattathiou, this time around mercifully doing away with the double aspiration.
    Clearly this new guy mattathias may not possibly have begotten maththaios in greek, only a mattathaios at best…
    All of these names were fabricated. Nestle-aland give us on the margins, the bible references for these genealogies names – when such references exist. For all of these matthans, maththats, mattathiases etc. there are none.
    It is pure creative writing on the part of the forger or forgers and editors of matthew and luke.
    All of this points to one conclusion : that the name maththaios, or even matthaios, for the alleged first evangelist is a complete fabrication with no hebrew or aramaic matching
    original whatsoever.

    1. Danke für die vielen schriftgelehrten Hinweise zu Parallelen mit Hadrian. Doch dass das Wesen des Neuen Testaementes eine Alternative zum Gottkaisertum und seinen Gottessöhnen war, wird allein an der Literaturform eines Evangeliums deutlich. Das ist u.a. auch Gegenstand der jeweiligen Geschichten und ihrer heute politisch gedeuteten Theologie, wie der historischen Wirklichkeit. Bei der dann die Atheisten, denen die Vernunft heilig und Hoffnung war und die Kaiseropfer verweigerten, als Christen beschimpft und verfolgt wurden. Mit der unterstellen Fälschung hatte das alles nichts zu tun,

      Dass aber die Alternative zu den alten Gottessöhnen kein junger Guru aus Galiäa war, wie er heute als historischer Jesus gelehrt wird, er dann im heutigen Kurz-schluss selbst bei der Verneinung den Kritikern gilt, dürfte klar sein. Aus dem Diasporajudentum, das in der griechischen Vernununft/-Sinnlehre (siehe z.B. Stoa) das verstand, was bisher nur Beschnittenen als Wort Bestimmung an Stelle der Gottessöhne (incl. Pharao, Kaiser), wissen wir auch: Das, was wir heute Ökologie nennen, eine in natürlicher Schöpfung begründete Vernunft war, sollte in einer „kulturbestimmenden“ Weise eines neuen Judentums die Alternative zum Gottkaiser sein, zu einer Demokratie in Natur begründeter Vernunft im Volk führen.

      Auch wenn in den zitierten Texten Anfangs noch nicht von klein Jesus gesprochen wurde, sondern die in Natur begründete, weltgültige Vernunft (heute sagen wir Ökologie des Menschen, fordern gegenseitig Weltvernünftigkeit) als Pantokrator auch literarisch die Rolle der Gottessöhne/-kaiser erfüllen musste und in dieser Rolle als Weisheitslehrer auf dem ewigen Weg vom Heidenland (Galiläa) nach Jerusalem war, dabei vom Gesetzestreuen Judentum verurteilt, auch eingenen Anhängern missvestanden wurde… Das phiolosophische Judentum Alexandrien hat sich in seinen Vernunft-/Weisheitslehren dabei schon in Folge Moses auf Josua (lat. Jesus) bezogen, die dort beschriebenen Funktionen in der als Bestimmung (leb. Wort) geltenden Vernunftlehre erfüllt gesehen.

  11. Now it is well worth to dig deeper into the name matthew. We saw above that as it is in greek in the eponymous gospel, it finds no perfect match in either hebrew or aramaic. At acts of the apostles 1:23 and 26 we find a similar-sounding name, MATHTHIAS, again with the impossible double aspiration. Now this other funny name occurs only here in the entire bible and again has no perfect match in hebrew or aramaic, just like maththaios.
    Both names are generally taken to mean gift of god in hebrew.
    Now next up : who are matthew and matthias supposed to be ? The former, a tax collector who would become one of the 12. The latter, one of two candidates to replace judas iscariot after his suicide. The canonical gospels and acts are chiefly about falsifying history. So what if matthew/matthias did not mean gift of god after all ?

  12. Real history of militant zealotism and of the natsorayya revolved and centered around 1 family in the 1st century ce : the bar saba family. Whose most important members were 5 brothers : john the baptist, james the just, judas iscariot, simeon/simon peter, and jesus ( one of the pieces of the gospel-jesus collage).
    They all met a violent death : first john the baptist, beheaded by herod antipas circa 36/37/38 ce. He had been the leader of the natsorayya up to that point, so next in line to replace him was his brother james, who became leader until his own violent death in 62. In between, there was killed judas (45 or 46 ce). So judas was the second brother to die a violent death.
    Now in hebrew we find the following root :
    Strong’s Concordance

    muth: to die
    Original Word: מוּת
    Part of Speech: Verb
    Transliteration: muth
    Phonetic Spelling: (mooth)
    Short Definition: die

    Which can also mean, more specifically, to die a violent death, to be killed or put to death:
    2 die as a penalty = be put to death:

    a. by human authority Genesis 42:20; Exodus 10:28; Exodus 21:14 (E), Genesis 44:9; Joshua 2:14 (J), Leviticus 20:20 (H), Numbers 35:12,30 (twice in verse) (P), especially D, Deuteronomy 17:2,6; Deuteronomy 18:20; Deuteronomy 19:12; Deuteronomy 22:22,25; Deuteronomy 24:7; Judges 6:30; 1 Samuel 14:43,45 (twice in verse); 1 Samuel 19:24; Jeremiah 38:24; מוֺת יָּמּוּת, die = be put to a violent death ( > AV RV surely die), 1 Samuel 14:39,44; 1 Samuel 22:16; 1 Kings 2:37,42 (all Judaic), Jeremiah 26:8, all of capital punishment; 2 Kings 8:10 (Ehpraimitic source) cf assassination; מוֺת יוּמַת be put to a violent death, in the codes of Exodus 21:12,15,16,17; Exodus 22:18 (E), Leviticus 20:2,9,10,11,12,13,15,16,27; Leviticus 24:16,17 (H), Exodus 31:14,15; Numbers 15:35; Numbers 35:16,17,18,21,31; Leviticus 27:29 (P; never in D; D uses verb, either Qal or Hiph`il, without infinitive absolute); it is used in narratives Genesis 26:11 (J), Exodus 19:12 (E), Judges 21:5. ׳מ is preceded by רגם Numbers 15:36 (P), Deuteronomy 21:21; 1 Kings 12:18 2Chronicles 10:18; 1 Kings 21:13; סקל Deuteronomy 13:11; Deuteronomy 17:5; Deuteronomy 22:21,24; 1 Kings 21:10,13,14,15; פגע 1 Kings 2:25,46; רמס 2 Kings 7:17,20; בְּיַד גֹּאֵל Joshua 20:9 (P).

    Now this root muth in the biblical corpus undergoes several times apophony into
    math ( http://biblehub.com/str/hebrew/4191.htm ).

  13. Thus the first part of our MATH – thaios is accounted for. The greek suffix/termination -ios can be left out, as it is irrelevant to us. There is left over -THA- : math-THA-ios. The root tha in semitic and nonsemitic languages carries the meaning of twin or two : cf. hebrew ta´am, twin, or gothic twa, english two.
    Therefore the fabricated personal name maththaios, math – tha – ios, might just mean “ second to be put to death “ – and the second bar saba brother to be killed was judas. The whole twin theme relating to thomas-didymus has a lot to do with judas too. I am not so sure that james and judas were twins, but i can´t rule it out, or else the fake election in acts to replace judas iscariot would make no sense, since the bar sabas functioned as a caliphate, where the eldest succeded his dead older brother. But if james and judas/thomas were twins, then the election with 2 candidates after john the baptist´s (not „jesus´“ !!) demise would make some sense.
    The 2 candidates in acts are joseph barsaba justus – a clear stand-in for james the just – and our matthias, an overwrite for judas.

  14. My decoding of maththaios as an overwrite for judas bar saba/iscariot/etc., is borne out by the tax collector thing : before joining jesus and the 12, matthew had been a publican – just the type of people the zealots/natsorayya etc. hated the most . Why is judas bar saba inverted and perverted into a publican by the pro-roman gospel forgers? Where is the referentiality here ? Well, according to the account in the gospel of john, judas carried the disciples‘ money bag or box : see john 12:6 and 13:29 – the root of the „greedy-jew“ antisemitic cliché. In other words, judas bar saba was the natsorayya´s treasurer – whom the malevolent, anti-zealot gospel of „matthew“ transmogrifies into a tax collector !!! Thus my identification of matthew/maththaios with judas bar saba is clinched via both the linguistic plane and the historical.

  15. Aleth, you should write a book about your hypotheses, or at least a big article, scientific publisher, peer review, put it out there for experts to judge or ignore, then post the link to where to buy/get it here in a comment. Just one comment with one link and a short description and maybe the best argument (in short form) from your work. Better than posting all those paragraphs. You’re seriously messing up our RSS feeds, really.

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