Jesus Christus: Was ist belegte Tatsache, was bloße Erfindung?

Eine Rezension von Siegfried R. Krebs

WEIMAR. (fgw) Der zweifach promovierte Naturwissenschaftler Harald Specht beschäftigt sich nicht nur mit materiell-gegenständlichen Dingen, sondern intensiv auch mit geisteswissenschaftlichen Themen: Sei es kunsthistorisch oder religions- und kirchenkritisch. Die Betonung liegt dabei auf wissenschaftlicher Beschäftigung, daher stellt er seinem wohl besten Buch „Jesus? Tatsachen und Erfindungen“ einen bekannten Spruch von René Descartes voran: „De omnibus dubitandum – An allem ist zu zweifeln“. Und eben das unterscheidet Wissenschaft von der Theologie, die nur absolute Wahrheiten verkündigen kann und will. Daher kommt der Frage nach der neutestamentarischen Figur „Jesus“ überragende Bedeutung zu. Steht oder fällt doch mit der Antwort die Religion des Christentums, insbesondere die Institution „Kirche“ mitsamt des Machtanspruches der Priesterkaste über Mensch, Gesellschaft und Staat.

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5 Kommentare

  1. Ich finde es auch im neuen Jahr grotesk, dass hier (und in anderen Blogs etc.) auf quasi jeden Eintrag immer diese Mentzelei als Kommentar folgt. So sicher, wie das Amen in der Kirche. Nun wissen wir ja alle, dass es immer mit dem Logos im Koran und bla bla bla endet.

  2. Vor einiger Zeit war hier bei „auf den Punkt gebracht“ zu lesen: „Das reale Dasein ist die Inkarnation der Gottheit, der Weltprozess ist die Passionsgeschichte des fleischgewordenen Gottes und zugleich der Weg der Erlösung des im Fleische Gekreuzigten (Eduard von Hartmann)“

    Ich muss zugeben, dass ich schon mal einen ähnlichen Gedanken gehabt habe, aber diese bildhafte Vorstellung in Analogie zur biblischen Geschichte macht doch überhaupt keinen Sinn, wenn die Gottheit als solche keinen Bedingungen (also keinem Schicksal) unterliegt, sondern als etwas Unbedingtes zu verstehen ist. Und so wird „Gottheit“ ja normalerweise doch verstanden.

    Die logische Schlussfolgerung ist doch, dass die Gottheit leiden will und deshalb inkarniert. Das ist doch eine ziemlich verdrehte Vorstellung, um nicht zu sagen, pervers. Was für einen Grund gibt es also, dass die Gottheit inkarniert und leidet? Ich habe darauf keine auch nur halbwegs einleuchtende Antwort gefunden. Gibt es denn eine?

    1. Wer schreibt: „Ich glaube weder an den christlichen noch an sonst einen Gott“ muss sich nicht fragen, warum eine Gottheit inkarnieren und leiden möchte.
      Ich frage mich auch nicht, warum die Großmutter von Rotkäppchen alleine in einem tiefen Walf wohnt.

  3. Kinder, die an das Märchen vom Rotkäppchen glauben, fragen sich nicht, warum die Großmutter allein im Wald wohnt, sondern nehmen diesen Umstand als gegeben hin.

    Als Erwachsener, der nicht mehr an das Märchen vom Rotkäppchen glaubt, möchte ich hingegen wissen, was der Wohnort der Großmutter erzähltechnisch für die Geschichte bedeutet. Mich interessiert, warum eine Geschichte, ein Märchen, ein Mythos funktioniert.

    Ich möchte gern verstehen, wie die Geschichte, die in der Bibel erzählt wird, funktioniert und es schafft, über die Jahrhunderte hinweg, Menschen in ihren Bann zu ziehen.

    Ein Ansatz, den ich verfolge, geht dahin, dass in den biblischen Geschichten das, was als Fakt erzählt wird, umgehend wieder negiert oder in Frage gestellt wird. So ist Jesus beispielsweise der von einer Jungfrau geborene Gottessohn, weist aber gleichzeitig eine Abstammungslinie auf, die auf König David zurückgeht. So macht Jesus als Heiler die Menschen sehend, aber Paulus wird bei seinem Anblick erst mal blind. So sagt Jesus bei Markus „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ und bei Lukas „Vater, meinen Geist befehle ich in deine Hände.“ Die biblischen Geschichten sind voller Widersprüche. Sie haben die Form eines Rätsels, das der Leser lösen will.

    Ich bin davon ausgegangen, dass sich Verfasser und Leser von radikalkritischen Websites ebenfalls für solche Fragen interessieren. Wenn ich mich darin getäuscht habe, habe ich nicht verstanden, was Radikalkritik erreichen will.

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